Mehr WLAN-Reichweite

Unitymedia Connect Booster im Test: WLAN in jede Ecke per Powerline-Adapter?

Unitymedia will mit den neuen Powerline-Adaptern Connect Booster WLAN-Verbindungen auch in weiter von seinem Kabelrouter Connect Box entfernten Räumen ermöglichen. Wie dies in der Praxis gelingt, zeigt unser Testbericht.

Unitymedia Connect Booster BasisIm "Connect Booster BASIS"-Paket sind ein Powerline Basis Adapter und ein Powerline WLAN Booster enthalten.© i12 GmbH

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia bietet seinen Internet-Kunden den Kabelrouter Connect Box kostenlos zur Nutzung an. Doch gerade bei größeren Wohnungen und Häusern wird nicht jede Ecke des Haushalts mit WLAN abgedeckt. Daher hält Unitymedia seit dem 5. November 2018 Connect Booster genannte Powerline-Adapter bereit. Die Datenübertragung innerhalb der Wohnung erfolgt dabei über die vorhandene Stromleitung. Powerline-Lösungen gibt es schon länger von diversen Herstellern auf dem Markt. Unitymedia verspricht jedoch eine einfache Nutzung inklusive automatischer Einrichtung. Wir haben die Connect Booster in der Praxis getestet.

Connect Booster bietet WLAN AC + N sowie LAN-Anschluss

Unitymedia Connect Booster Der Powerline WLAN Booster versorgt Geräte in einem Raum mit unzureichender WLAN-Versorgung mit WLAN.© i12 GmbH

Unitymedia ermöglicht den Einstieg mit dem "Connect Booster BASIS"-Paket - zur Miete für 2,99 Euro pro Monat. Dieses besteht aus zwei Powerline-Adaptern: Das kleinere Gerät ist der Powerline Basis Adapter. Dieser wird in eine Steckdose in der Nähe der Connect Box gesteckt und über den integrierten LAN-Anschluss per Netzwerkkabel mit dem Router verbunden.

Der zweite Bestandteil der Unitymedia-Lösung ist der in einem größeren Gehäuse daherkommende Powerline WLAN Booster. Zum Einsatz kommt dieser in einer Steckdose in einem Raum, wo keine oder nur eine schlechte WLAN-Verbindung verfügbar ist. Dort können Geräte per WLAN AC oder WLAN N auf den Powerline-Adapter zugreifen. Unterstützt werden dabei drahtlose Übertragungsraten von brutto bis zu 900 Mbit/s per WLAN AC sowie bis zu 300 Mbit/s per WLAN N. Alternativ lässt sich ein Gerät per LAN-Kabel verbinden.

Für eine mögliche Erweiterung des Powerline-Systems bietet Unitymedia das Paket "Connect Booster Plus" an. Enthalten ist ein einzelner Powerline WLAN Booster, der in einem weiteren Raum mit schlechtem WLAN-Empfang eingesetzt werden kann. Insgesamt lassen sich bis zu fünf "Connect Booster Plus" bestellen und in das Powerline-Netzwerk integrieren. Die Powerline-Verbindung selbst nutzt den Powerline-Standard G.hn, mit dem sich Daten theoretisch mit bis zu 1.000 Mbit/s übertragen lassen. Wer bereits andere Powerline-Adapter auf Basis des HomePlug-AV-Standard besitzt, kann diese nicht mit den Unitymedia-Adaptern kombinieren, da die beiden Standards nicht miteinander kompatibel sind.

Ausstattung der Powerline-Adapter

Wichtig: Beide in ein creme-weißes Kunststoffgehäuse gekleidete Adapter sollen jeweils in einer freien Wandsteckdose und nicht in einer Mehrfachsteckdose platziert werden. Da die Adapter beide über eine integrierte Steckdose verfügen, geht im jeweiligen Raum kein Steckdosenplatz verloren. Auf der Vorderfront informieren LEDs über den Status von Powerline- und WLAN-Verbindung. Im regulären Betrieb leuchtet nur eine weiße LED recht dezent. Kommt der Connect Booster beispielsweise im Schlafzimmer zum Einsatz, so stört die LED kaum.

Seitlich findet sich auf beiden Adaptern jeweils eine Sync-Taste. Wird diese bis zu 2 Sekunden lang gedrückt, gibt eine grün oder rot leuchtende LED die Qualität der Powerline-Verbindung an. Wird die Taste länger als 2 Sekunden gedrückt, so wird der Kopplungsvorgang der beiden Powerline-Geräte aktiviert. Mit Hilfe etwa einer Büroklammer lassen sich die Adapter über die Reset-Taste auf die Werkseinstellungen zurückstellen. Am WLAN-fähigen Powerline WLAN Booster gibt es zwei weitere Tasten zum Aktivieren von WPS und zum Ein- und Ausschalten des WLAN-Signals. In einem über 20-seitigen Handbuch, das neben den Connect Boostern ebenso wie zwei LAN-Kabel zum Lieferumfang gehört, wird die Bedeutung der Tasten und LEDs anschaulich erklärt. Außerdem gibt Unitymedia Tipps zur richtigen Platzierung der Powerline-Adapter im Haus.

Automatische Installation dank "Plug & Surf"

Voraussetzung zur Nutzung der Connect Booster ist laut Unitymedia der Kabelrouter Connect Box, der Kunden ohne monatliche Kosten zur Verfügung gestellt wird. Die Powerline-Adapter sind für ein Zusammenspiel mit dem Router optimiert. Das zeigte sich bei der Inbetriebnahme. Für wenige Minuten blinkten die LEDs auf der Vorderseite der Connect Booster. Nachdem die Verbindung hergestellt war, leuchtete nur noch die Powerline-LED weiß. Eine Eingabe von Zugangsdaten war dank des sogenannten "Plug & Surf" nicht erforderlich, sowohl die Netzwerkkennung (SSID) als auch das WLAN-Passwort wurden automatisch von der Connect Box übernommen. Somit war das WLAN-Netz von Connect Box und Connect Booster unter einem einheitlichen Namen verfügbar.

Benutzeroberfläche für Connect Booster im Browser aufrufbar

Unitymedia Connect Booster Die Benutzeroberfläche der Connect Booster lässt sich per Browser aufrufen.© Screenshot: i12 GmbH

In einem Browser lässt sich unter http://um-ap die Benutzeroberfläche der Connect Booster aufrufen. Viele Einstellungsmöglichkeiten finden sich dort jedoch nicht. So kann das WLAN-Signal auf den Frequenzbändern 2,4 GHz und 5 GHz aktiviert bzw. deaktiviert werden. Außerdem lässt sich bei Bedarf ein anderer WLAN-Kanal wählen. Standardmäßig ist die Kanalsuche auf "automatisch" eingestellt. Im Untermenü Sicherheit kann zudem die Bezeichnung der SSID-Netzwerkkennung geändert werden.

Connect Booster verbessern WLAN-Reichweite

Wir haben die Connect Booster sowohl in einem zweigeschossigen Einfamilienhaus (Altbau) als auch in einer Etagenwohnung getestet. Für den Test nutzten wir eine Connect Box an einem bis zu 400 Mbit/s schnellen Internetanschluss von Unitymedia. Dabei ermittelten wir teils schwankende Messwerte. Die Qualität von Powerline-Verbindungen ist stark abhängig von der Qualität der heimischen Stromleitungen. Zudem können sich Störsignale durch laufende Elektrogeräte wie Waschmaschinen negativ auswirken.

Über die Connect Booster konnten wir die maximal mögliche Download-Geschwindigkeit in anderen Räumen nicht erreichen, auch nicht über den LAN-Anschluss der Powerline-Adapter. Es war aber eine teils deutliche Verbesserung der WLAN-Bandbreite messbar. Bei einem Test stand der Kabelrouter in der 1. Etage, im Keller war über die Connect Box kein WLAN-Signal verfügbar. Dank der Connect Booster erhielten wir über die Powerline-Verbindung trotzdem eine Internetverbindung. Über WLAN AC konnten wir mit bis zu 176 Mbit/s im Internet surfen, über den LAN-Anschluss der Connect Booster ermittelten wir bis zu 172 Mbit/s. Damit war auch weit vom Router-Standort entfernt ausreichend Bandbreite zum Streamen von Videos oder für Online-Spiele verfügbar. Problemlos erwies sich die Einbindung eines weiteren "Connect Booster Plus"-Adapters, auch dessen Installation erfolgte automatisch.

Connect Booster 30 Tage lang testbar

Wer sich für die Connect Booster interessiert, kann diese 30 Tage lang testen. Sind Kunden mit dem Powerline-System nicht zufrieden, können sie das "Connect Booster"-Paket zum Ablauf der 30 Tage fristlos kündigen. In dem Fall berechnet Unitymedia lediglich 2,99 Euro für die einmonatige Nutzung sowie einmalig 9,99 Euro Versandkosten. Das Erweiterungsset "Connect Booster Plus" gibt es für jeweils 1,99 Euro pro Monat. Unitymedia knüpft die Nutzung von "Connect Booster BASIS" sowie "Connect Booster Plus" an die jeweilige Mindestvertragslaufzeit des gebuchten Internettarifs.

Fazit: Connect Booster als praktische Lösung für eine bessere WLAN-Versorgung

Onlinekosten Testsiegel Unitymedia Connect Booster

Die Nutzung der Powerline-Adapter von Unitymedia ist - wie versprochen - kinderleicht: Auspacken, mit dem Router verbinden, in die Steckdose stecken und das WLAN-Signal wird automatisch bereitgestellt. Damit sind die Connect Booster auch von wenig technikaffinen Kunden einsetzbar. Die Leistung der Connect Booster ist abhängig von der Qualität der Stromleitungen im Haushalt. Auch wenn wir im Test zwar nicht die volle Bandbreite des Internetzugangs nutzen konnten, so lieferten die Powerline-Adapter eine recht stabile und ausreichende Internetverbindung in weiter vom Router entfernten Räumen. Da sich die Connect Booster einen Monat lang zu überschaubaren Kosten testen lassen, bleiben Kunden flexibel.

Unitymedia Connect Booster: Die Vor- und Nachteile
Pro Contra
  • Automatische Installation
  • WLAN AC + N sowie LAN-Port
  • schließt WLAN-Lücken
  • integrierte Steckdose
  • Austausch bei Defekt
  • einen Monat testbar ohne lange Bindung
  • Bandbreite des Internetzugangs nicht voll nutzbar
  • nicht kompatibel mit HomePlug-AV-Standard
  • laufende monatliche Kosten

Jörg Schamberg

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