Testbericht

Nokia X7 im Test - Der Smartphone-Phaser

Mit dem X7 bietet Nokia ein Smartphone an, das mit einem futuristischen Design, einer breiten Palette an Extras, aber auch der ein oder anderen Schwäche aufwartet. Wir haben das Telefon einem Test unterzogen.

Nokia X7

Kamera mit Schwächen

Einmal mehr ein kleines Ärgernis bei einem hochpreisigen Nokia-Handy ist die integrierte Kamera. Zumindest für alle jene, die gerne mit Nahaufnahmen arbeiten. Während die in das Handy integrierte Digicam nämlich richtig gute (Panorama-)-Aufnahmen unter freiem Himmel erlaubt, sind Makro-Aufnahmen ein echter Graus: unscharf, falsch belichtet, schlicht kaum zu gebrauchen. Da hilft es auch nicht, in den Einstellungen nach einem Autofokus zu suchen, da es den einfach nicht gibt. Die maximal mögliche Auflösung im Fotomodus liegt bei 8 Megapixeln und lässt sich in vier Stufen bis auf 0,3 Megapixel nach unten regulieren. Videoaufnahmen sind im 16:9-Format in HD-Qualität (720p) möglich - in weitestgehend guter Qualität. Nahaufnahmen sind aber auch bei Bewegtbildern keine Augenweide. Sowohl im Foto- als auch im Videomodus lässt sich eine Dual-LED-Leuchte zuschalten.

Keine Einschränkungen konnten wir bei der Gesprächsqualität feststellen. Der Gesprächspartner war stets gut und ohne erkennbaren Hall bzw. auftretende Echos zu verstehen. Die Akkulaufzeit gibt Nokia mit bis zu 18 Tagen an, realistisch ist bei einer typischen Smartphone-Nutzung allerdings ein Wert von 24 bis 36 Stunden. Abhängig ist das nicht nur von der Frage, wie intensiv das mobile Internet genutzt wird, sondern auch davon, wie häufig integrierte Extra-Funktionen wie GPS oder Kamera zum Einsatz kommen. Die Gesprächszeit liegt nach Herstellerangaben bei bis zu 6,5 Stunden in GSM- und 4,5 Stunden in UMTS-Netzen.

Nicht viele brauchbare Apps

Stark eingeschränkt ist zudem die Nutzung von Apps, die aus dem Ovi Store auf das Handy geladen werden können. Nicht nur die Tatsache, dass der Seitenaufbau in Nokias App Store auch bei Verwendung einer WLAN-Verbindung teilweise sehr lange dauert, strapaziert die Nerven, sondern auch der Umstand, dass bei Weitem nicht so viele Apps wie im Android Market oder in Apples App Store angeboten werden. Zudem sind einzelne Apps, die auf anderen Symbian-Handys durchaus lauffähig sind, auf dem X7 (noch) nicht nutzbar.

Was bleibt? Zweifelsohne ist Nokia mit dem X7 ein Telefon gelungen, das den Anspruch anmelden kann, eines der interessantesten Designs des Jahres 2011 zu bieten. Zwar hat das futuristische Design auch den ein oder anderen Makel, indem einzelne Tasten nur schwer zu bedienen und ein SIM-Karten-Tausch nicht unbedingt leicht von der Hand geht, es bleiben aber auch echte Lichtblicke wie das kontraststarke Display und die unter freiem Himmel guten Kamera-Aufnahmen. Und SMS? Die lassen sich im Querformat gut, im Hochformat eher weniger gut verfassen. Die einzelnen Tasten der virtuellen QWERTZ-Tastatur fallen deutlich zu klein aus.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Und das Schönste ist: all die in das Handy integrierte Technik gibt es (inzwischen) zu einem fairen Preis. In namhaften Online-Shops werden aktuell (Stand: Mitte August 2011) zwischen 330 und 360 Euro fällig. Bei Amazon fallen ohne zusätzliche Versandkosten 361 Euro an. Hätte Nokia an der ein oder anderen Stelle insbesondere bei der Verarbeitung und der integrierten Fototechnik mehr Liebe zum Detail bewiesen, hätte das X7 das Zeug zu einem echten Kassenschlager. Und was erst möglich gewesen wäre, wenn nicht das schwerfällige Symbian-Betriebssystem, sondern beispielsweise das beliebte Android-OS zum Einsatz käme…

Name: X7
Hersteller: Nokia
Internet: http://www.nokia.de
Preis: ca. 340 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Symbian Anna
Antenne: GSM Quadband, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 120x63x12 Millimeter
Gewicht: 146 Gramm
Display: AMOLED 4,0 Zoll, 640x360 Pixel
Speicher: 350 MB intern
Schnittstellen: USB, Bluetooth 3.0, WLAN
Digitalkamera: 8 Megapixel, Digitalzoom, HD-Videos möglich,
Lieferumfang: Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel
SAR-Wert: 0,94 W/kg (mäßig)
Extras: MP3-Player, RDS-Radio, GPS-Empfänger
Akkulaufzeit im Test: ca. 4 Stunden Sprechzeit
Pro & Contra:
umfangreiche Ausstattung
starkes Design
WLAN-Schnittstelle
UMTS-/HSDPA-Unterstützung
kontraststarkes Display
HD-Videos möglich
Kamera mit Schwächen (kein Auto-Fokus)
nur wenige brauchbare Apps im Ovi Store
teils unübersichtliche Menü-Navigation
Schwächen in der Verarbeitung
keine Status-LED
Bewertung:
Bedienung gut
Ausstattung sehr gut
Verarbeitung ausreichend
Akkulaufzeit befriedigend
Telefonfunktion gut
Gesamtnote gut
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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