Testbericht

LG Shine im Test - Spieglein, Spieglein in der Hand

Optisch reizvoll und technisch mit einigen Feinheiten. So präsentiert sich das neue Design-Handy LG Shine seinem potenziellen Nutzerkreis. Wir haben das Mobiltelefon einem umfangreichen Test unterzogen.

LG Shine

Ein Handy ist heutzutage weit mehr als ein einfaches Kommunikationsmittel. In vielen Fällen ist es auch ein Statussymbol und muss vor allem durch ein attraktives Design überzeugen. LG versucht auf dem europäischen Markt schon seit mehreren Monaten mit außergewöhnlichen Modellen neue Kunden zu gewinnen. Einen durchaus überzeugenden Anfang machte dabei das Chocolate Phone, jetzt soll mit dem Modell namens Shine ein neuer Glanzpunkt folgen. Doch kann das Handy, das bereits Mitte Februar vorgestellt wurde, wirklich überzeugen? Wir haben das Telefon einem mehrwöchigen Test unterzogen.

Ein Blickfang

Auf den ersten Blick ist das LG Shine ein echter Hingucker. Das Handy erstrahlt rundum in edlem Silber. Als besonderen Clou haben die LG-Designer nicht nur gebürsteten Stahl für das Gehäuse verwendet, sondern auch ein Display verbaut, das sich bei Nichtgebrauch automatisch in einen Spiegel verwandelt. Hinzu kommt eine ansprechende eisblaue Tastaturbeleuchtung. Optisch sammelt das neue LG-Telefon also durchaus Pluspunkte. Mit 125 Gramm ist es allerdings auch vergleichsweise schwer.

Technisch bietet das 100 x 51 x 14 Millimeter große Shine viele der wichtigsten Funktionen, die von einem soliden Telefon heutzutage erwartet werden – teilweise sogar etwas mehr. So wurde beispielsweise Stereo-Bluetooth-Technologie integriert, die es ermöglicht, kabellos Musik zu übertragen. Ebenfalls an Bord ist ein Document-Viewer. Damit ist es möglich Office-Dokumente wie Word- oder auch Powerpoint-Dateien direkt auf dem Handybildschirm zu betrachten.

Internetsurfen nur über GPRS

Aber auch Minuspunkte muss das schicke Handy bei der Ausstattung einstecken. Da gängige Übertragungsstandards wie UMTS oder HSDPA fehlen, ist das Telefon nicht für breitbandige Internetverbindungen ausgelegt. Nur GPRS und EDGE-Verbindungen, die Geschwindigkeiten von bis zu 200 kBit/s erreichen, sind möglich. Der Einsatz des Handys ist dank der in das Gehäuse integrierten Triband-Antenne in den meisten Ländern weltweit problemlos möglich.

Gewohnt klar und übersichtlich strukturiert ist das Menü des neuen LG-Handys. Über neun Unterpunkte hat der Nutzer die Möglichkeit, Einstellungen zu verändern, das Adressbuch aufzurufen oder Multimedia-Anwendungen wie den MP3-Player oder die Digitalkamera zu starten.

Scrollrad statt Menütaste

Stark gewöhnungsbedürftig ist die Art und Weise, wie durch das Menü navigiert wird. Unterhalb des 2,2 Zoll großen TFT-Bildschirms, der bei einer Auflösung von 240 x 320 Pixel 262.000 Farben darstellen kann, findet der Nutzer nämlich nicht etwa eine Vier-Wege-Taste, sondern vielmehr ein schmales Scrollrädchen. Mit dem Daumen wird hier nach oben oder unten durch das Menü gescrollt, mit einem Druck auf das Rädchen wird der gewünschte Menüpunkt ausgewählt. Die einen kommen mit dieser Menünavigation schneller zurecht, die anderen gewöhnen sich langsamer daran.

Ansprechende Kameraleistung

Neben einem MP3-Player, der bei im Handy aktiviertem Flug-Modus auch an Bord von Flugzeugen genutzt werden kann, bietet das LG Shine auch eine hochwertige Kamera. Sie ist mit einer 2-Megapixel-Linse ausgestattet, die von der Schneider Optische Werke GmbH aus Bad Kreuznach gefertigt wurde. Im Foto-Modus wird die Kamera horizontal gehalten und das große Display dient als Sucher.

Neben einem vierfachen Digitalzoom stehen ein Kameralicht sowie Autofocus-Fuktion zur Verfügung. Letztgenannte Funktion sorgt zwar dafür, dass die Aufnahmen scharf ausfallen, allerdings kommt es teilweise zu einer zwei- bis dreisekündigen Verzögerung zwischen Druck auf den Auslöser und tatsächlichem Aufnahmezeitpunkt. Wer nicht gerade bei schnellen Bewegungsabläufen (etwa bei Sport-Events) Fotos aufnehmen möchte, kann sich über eine sehr ansprechende Qualität der Bilder freuen.

Weitere Optionen

Vor jeder Bildaufnahme hat der Nutzer darüber hinaus die Möglichkeit, verschiedene Foto-Optionen zu aktivieren. So lässt sich etwa ein Selbstauslöser auf drei, fünf oder zehn Sekunden programmieren oder eine Multiaufnahme mit bis zu sechs direkt aufeinander folgenden Bildern starten. Auch Farbeffekt, Weißabgleich, die Qualität der Bilder oder die Auflösung lassen sich individuell einstellen. Der interne Speicherplatz fällt mit 45 Megabyte ausreichend groß aus, um den ein oder anderen Schnappschuss auf dem Handy zwischenzuspeichern. Wer mehr Aufnahmen oder sogar größere Videos speichern möchte, kann den Speicherplatz über eine microSD-Karte auf bis zu zwei Gigabyte steigern. Um die Foto-Dateien auf einen Computer zu übertragen, kann auf ein klassisches USB-Kabel oder kabellos auf Bluetooth gesetzt werden.

Fazit: Stärken und Schwächen

Ein Handy nur zum Telefonieren? Das ist das LG Shine ganz sicher nicht. Zwar ist es nicht für Breitband-Internetanwendungen ausgelegt und mit einer gewöhnungsbedürftigen Menünavigation über ein Scrollrädchen versehen, vor allem optisch macht es aber einiges her. Auch das intuitiv angeordnete Menü und für Handyverhältnisse sehr gute Kamera runden den mobilen Spaß ab. Leider fehlt für die musikalische Unterhaltung noch ein Radio, ein MP3-Player steht aber als stilvoller Ersatz parat.

Ihren ganz persönlichen Spaß werden auch all jene mit dem Handy haben, die stets ein sauberes Endgerät in den Händen halten möchten. Auf dem verspiegelten Display werden Fingerabdrücke und Fettspuren leider sofort sichtbar und trüben das ansonsten makellose Äußere. Schade ist auch, dass bei starker Sonneneinstrahlung das Display nicht mehr optimal abzulesen ist.

Trotz der kleinen Ausfälle bleibt aber ein positives Gesamterscheinungsbild. Nicht zuletzt auch aufgrund der guten Gesprächsqualität und der Zifferntasten mit nahezu perfektem Druckpunkt. Nur einen kräftigeren Akku hätte LG seinem Design-Handy durchaus spendieren können. Gut zwei Stunden hält der nämlich nur im Dauersprechbetrieb und knapp eine Woche im Stand-by-Modus. Das ist zu wenig.

(Hayo Lücke)

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