Handys

LG Optimus Speed im Test - Doppelkern-Brummer

Ausgestattet mit einem Dual Core Prozessor, 8 Megapixel Kamera und einem 4 Zoll großes Display kann das LG Optimus Speed durchaus überzeugen. Der Akku versagte im Test allerdings auf ganzer Linie.

LG© LG Electronics

Das passiert bei entsprechender Handhabung selbstredend auch im Fotomodus. Hier gestattet LG die Wahl aus sieben Auflösungsstufen zwischen 3.264x2.448 (8 Megapixel) und 320x240 Pixeln. Hinzu gesellen sich diverse Bild- (zum Beispiel: Landschaft, Sonnenuntergang oder Nacht) und Aufnahme-Modi (zum Beipsiel: Panoramaaufnahme, Smile Shot oder ein Serienbild), vier manuell einstellbare ISO-Stufen sowie ein dreistufiger Selbstauslöser (3, 5 oder 10 Sekunden). Die Bildqualität lässt sich dreistufig regulieren, eine Bildstabilisierungsfunktion ist automatisch voreingestellt. Qualitativ liefern die aufgenommenen Fotos eine akzeptable Qualität, verlieren aber leider durch ein Grundrauschen häufig an Schärfe. Für Schnappschüsse ist die integrierte Kamera aber trotzdem sehr gut zu gebrauchen. Auf der Vorderseite steht zudem eine weitere Kamera für Videotelefonate zur Verfügung. Sie löst mit maximal 1.280x960 Pixeln im Foto- und 640x480 Pixeln im Videomodus auf.

Dolby-Unterstützung fehlt

Natürlich ist auch musikalische Unterhaltung mit dem Optimus Speed möglich. Spendiert wurde dem Telefon nicht nur ein umfangreicher Medienplayer, der alle gängigen Formate abspielen kann, sondern auch ein UKW-Radio. Letzteres allerdings leider ohne RDS-Unterstützung. Etwas überraschend ist, dass LG seine Partnerschaft mit Dolby nicht auf das Optimus Speed ausgedehnt hat. Für Otto-Normal-Nutzer steht über die beiliegenden Kopfhörer aber trotzdem eine rundum zufriedenstellende Audio-Qualität bereit. Wer mag, kann sogar mit dem Handy im Bett einschlafen, in dem ein Sleep-Timer aktiviert wird. Irritierend ist, dass es im MP3-Player-Modus beim Abspielen einzelner Songs immer mal wieder zur Rucklern kommen kann - ziemlich störend.

Ein echter Graus ist der beiliegender Akku - zumindest beim uns vorliegenden Testmodell. Hier mussten wir während unseres vierwöchigen Testlaufs Höhen und Tiefen wie bei keinem anderen Smartphone zuvor durchleben. Immer wieder, auch während unserer abschließenden Betrachtung einzelner Grundfunktionen, mussten wir feststellen, dass das Handy ohne Vorwarnung den Dienst quittierte. Und das, obwohl wenige Augenblicke zuvor noch ein grünes Akku-Signal auf ausreichend Energie hinwies.

Desaströser Akku kostet Topwertung

Mehr noch: mehrere Male signalisierte das Telefon im Anschluss an einen über Nacht durchgeführten Ladevorgang nur eine spärliche Aufladung von knapp 20 Prozent. Erst nach einem Handy-Neustart wurde die vollständige Aufladung signalisiert. Zwischenzeitlich war es uns über mehrere Tage auch möglich, das Handy ganz normal zu nutzen. Es ist daher nicht auszuschließen, dass ein Software-Fehler oder defekter Akku für die Probleme bei der Stromversorgung verantwortlich war. An einer negativen Gesamtbewertung kommen wir in diesem Punkt aber nicht vorbei.

Grundsätzlich lässt sich festhalten: wer das Optimus Speed als typisches Smartphone nutzt, in diesem Zusammenhang eine Datenverbindung aufrecht erhält, WLAN-Schnittstelle, GPS-Funktion und MP3-Player nutzt, muss damit rechnen, dass bei normal arbeitendem Akku nach 12 bis 18 Stunden ein Aufladevorgang in die Wege geleitet werden muss. Viel länger hält der Akku des Telefons einfach nicht durch und stellt sich damit auf eine Stufe mit vergleichbaren Handy-Modellen.

Fazit: LG greift an - ohne richtig zu punkten

Mit dem Optimus Speed zeigt LG, dass es den Südkoreanern möglich ist, nicht nur designtechnisch schöne, sondern auch technisch gut aufgestellte Handys auf den Markt bringen zu können. Eine in weiten Teilen hochwertige, schnörkellose Verarbeitung, ein großes, kontraststarkes Display und eine breite Palette an Extras machen das Telefon zu einer echten Alternative zu iPhone und Co. Da macht es auch wenig aus, dass zum Beispiel ein NFC-Chip für das bargeldlose Bezahlen noch fehlt und die Kamera im Fotomodus mit Schwächen zu kämpfen hat. Ein Ärgernis ist wie so oft der Akku. Wer mehrere Tage abseits der heimischen Pfade unterwegs ist, tut gut daran, stets das Ladegerät in die Tasche zu packen - unabhängig der von uns beobachteten Probleme.

Trotz vieler kleiner Makel kann das Optimus Speed im Ganzen durchaus überzeugen. Allerdings sollte sich jeder genau überlegen, ob er bereit ist, die an vielen Stellen (noch) nicht ausgereifte Technik teuer zu bezahlen. Im Fachhandel ist das Gerät nämlich aktuell (Mitte Juni 2011) ab 370 Euro zu haben. Bei Amazon kostet es ohne zusätzliche Versandkosten rund 409 Euro.

Name: Optimus Speed / P990
Hersteller: LG
Internet: www.lg.com/de
Preis: ab ca. 370 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Google Android 2.2 (Froyo)
Prozessor: Nvidia Tegra 2 Dual Core 1 Ghz.
Antenne: GSM Quadband, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 126x64x11 Millimeter
Gewicht: 147 Gramm
Display: 4,0 Zoll, 800x480 Pixel, 16,78 Mio. Farben
Speicher: 8 GB intern (ca. 5,5 GB frei)
Schnittstellen: Bluetooth, HDMI, WLAN
Digitalkamera: 8,0 Megapixel Kamera, 8x Digitalzoom, HD-Videofunktion (1.080p)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Headset, USB-Kabel
SAR-Wert: 0,55 W/kg (gering)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, Radio, GPS, HDMI-Ausgang, WLAN, Full-HD-Unterstützung,
Akkulaufzeit im Test: Herstellerangaben: 6-7 Stunden Sprechzeit
Pro & Contra:
umfangreiche Ausstattung
schöne Verarbeitung
WLAN und HSDPA
Full-HD-Unterstützung
HDMI-Anschluss
großes, kontrastreiches Display
schwacher Akku
Kamera im Fotomodus nicht überzeugend
Kamera-Auswülstung auf der Rückseite
leichte Aussetzer im MP3-Player-Modus
aktuell "nur" mit Android 2.2 erhältlich
kein NFC
Bewertung:
Bedienung sehr gut
Ausstattung sehr gut
Verarbeitung gut
Akkulaufzeit mangelhaft
Telefonfunktion gut
Gesamtnote gut
Preis-Leistung: befriedigend

(Hayo Lücke)

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