Künstliche Intelligenz an Bord

Das Huawei P20 Pro im Test: Smartphone mit Dreifach-Kamera setzt Maßstäbe

Das Smartphone-Flaggschiff Huawei P20 Pro wartet unter anderem mit einer Drei-Kamera-Lösung auf. Wie sich das Smartphone beim Fotografieren schlägt und was die integrierte KI leistet, zeigt der Testbericht.

Huawei P20 Pro© Huawei Technologies

Berlin - Ganz schön smart. Gleich beim ersten Foto mit der Kamera-App erkennt Huaweis neues Top-Smartphone P20 Pro, was es da vor der Linse hat: einen dampfenden Teller Pasta. "Essen" schlägt die künstliche Intelligenz (KI) vor und passt die Bildeinstellungen entsprechend an. Das Fotoergebnis kann sich sehen lassen.

Huawei P20 Pro bietet Kameras mit 40, 20 und 8 Megapixel

Mit dem P20 Pro hebt Huawei die Smartphone-Fotografie auf eine neue Stufe. Während sich Doppelkameras in der Oberklasse weitgehend etabliert haben, setzen die Chinesen bei ihrem neuen Spitzenmodell nun auf gleich drei Kameras: einmal 40, einmal 20 und einmal 8 Megapixel, dazu Blendenöffnungen von f2,4 bis f1,6.

Bilder mit 40 Megapixeln spuckt das P20 Pro aber nur aus, wenn man dies in den Einstellungen explizit auswählt. Standardmäßig werden die Bildinformationen mehrerer Pixel zusammengefasst. Daraus entsteht ein 10-Megapixel-Bild mit mehr Lichtausbeute und Bildschärfe. Mit dem P20 Pro lassen sich auch bei wenig Licht scharfe Fotos mit leuchtenden Farben schießen. Und durch die Kombination der Kameras wird auch nahezu verlustfreies Zoomen mit fünffacher Vergrößerung möglich. Unter dem Strich kann die Triplekamera mit ausgereifter Software in fast allen Situationen mit beeindruckenden Fotos überzeugen.

Künstliche Intelligenz erkennt Fotomotive

Hinzu kommt die eingangs erwähnte KI. Das P20 Pro erkennt, was sich vor den Linsen befindet. Ob Blumen, Essen, Landschaften, blauer Himmel oder auch Katzen: Motive werden bis auf wenige Ausnahme zuverlässig erkannt und die Kamera stellt sich entsprechend ein. Richtet man die Kamera auf Menschen, schaltet sie flott in einen Porträtmodus mit dem angesagten Bokeh-Effekt, also einem unscharfen Hintergrund. Beim Huawei Mate 10 Pro wurden solche Fähigkeiten vergangenes Jahr schon angekündigt, ohne jedoch bei der Nutzung wirklich aufzufallen. Wer nicht auf die KI vertrauen will, findet auch einen gut ausgestatteten Pro-Modus mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

6,1 Zoll großes OLED-Display und schneller Kirin 970 Prozessor

Jenseits des Kamera-Trios hat das P20 Pro nahezu alles, was ein aktuelles Smartphone braucht. Dazu gehört vor allem das fast randlose 6,1-Zoll-OLED-Display im 18,7:9-Format mit 2.240 zu 1.080 Pixeln Auflösung. Dazu gibt es die charakteristische Ausbuchtung (Notch), die Huawei allerdings deutlich schmaler gestaltet hat als Vorreiter Apple. Wer diese Display-Beule mit Kamera und Lautsprecher nicht mag, kann in den Einstellungen rechts und links von ihr das Display schwarz einfärben und sie damit verschwinden lassen.

Im Inneren des P20 Pro steckt Huaweis Prozessor-Eigenentwicklung Kirin 970, der von aktuellen Apps und Spielen kaum ausgereizt wird, dazu gibt es 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und 128 GB Speicher für Apps, Fotos und Musik. Einen zusätzlichen Speicherkarten-Steckplatz gibt es nicht, dafür lockt beim Einrichtungsprozess Huaweis Cloud mit etlichen weiteren GB. Praktisch: Bei dem Smartphone handelt es sich um ein Dual-SIM-Gerät, bei dem beide Anschlüsse LTE beherrschen. Die Einrichtung und Verwaltung der beiden SIM-Karten ist durch die Systemsoftware denkbar einfach gelöst.

Akkulaufzeit im Alltagstest - Fingerabdrucksensor schlecht platziert

Im Alltag hält das P20 Pro bei einer gemischten Nutzung aus Chats, Internetseiten aufrufen, einigen Anrufen und gelegentlichem Spielen locker einen Tag durch. Drahtlose Ladung ist nicht verfügbar. Etwas schlecht platziert ist der Fingerabdrucksensor unterhalb des Displays, der bei Einhandbedienung schwer zu erreichen ist.

Einen gemischten Eindruck hinterlässt EMUI 8.1.0, Huaweis Android-Benutzeroberfläche. Sie bietet viele praktische Extras wie Virenscanner, App-Klons und andere Bedienhilfen, wirkt aber im Vergleich zum puren Google-Android unübersichtlich und sperrig. Ab Werk sind außerdem etliche unnütze Eigenlösungen für Apps wie Kalender oder Mail installiert, die es dann auch noch mal - und meist besser - als Google-App gibt.

Huawei P20 Pro: Tadellos verarbeitet, herausragende Triplekamera und hilfreiche KI

Fazit: Wer sich von den leichten Designanleihen beim aktuellen Apple-Flaggschiff nicht gestört fühlt und ausreichend große Hände hat, sollte sich das Huawei P20 Pro einmal ansehen. Die Verarbeitung ist tadellos, die Leistung auf der Höhe anderer aktueller Spitzenmodelle. Wirklich herausragend ist die Triplekamera mit vielen Extrafunktionen, gutem Zoom und hilfreicher KI-Unterstützung. Der Preis von rund 850 Euro aufwärts ist allerdings stolz. Eine günstigere Alternative ist das Huawei P20 im nahezu gleichen Format, dafür aber mit "nur" zwei Kameras, weniger Arbeitsspeicher und ohne OLED-Display für rund 570 bis 600 Euro.

Huawei P20 Pro

Huawei P20 Pro

  • Betriebssystem Android
  • 40 Megapixel-Kamera
  • 6,1 Zoll OLED Display
  • 128 GB Speicher
  • ab 1,00 € mit Vertrag

Quelle: DPA

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