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Das HTC U Ultra im Test: Leistungsstarkes Phablet mit zwei Displays

Das in edles Glas gekleidete HTC U Ultra bietet gleich zwei Bildschirme: Ein 5,7-Zoll-Display sowie ein separat nutzbares 2-Zoll-Display. Dazu bietet das HTC-Smartphone reichlich Rechenpower. Wie schlägt sich das HTC U Ultra in der Praxis?

HTC U UltraKann was, sieht gut aus: Das HTC U Ultra.© HTC Corporation

Edles Glas-Design in Wunschfarbe

Das HTC U Ultra beeindruckt bereits durch seine schiere Größe: 80 x 168 x 7,8 Millimeter misst der Phablet-Riese und ist verpackt in hochwertiges Glas. So ist die Optik besonders edel und unter den zahlreichen Farbvarianten dürfte für jeden etwas dabei sein. Bedenken sollte man jedoch, dass die gläserne Rückseite bruchanfälliger als Plastik oder Aluminium ist und außerdem Fingerabdrücke oder Dreck gut erkennbar sind. Außerdem ist das Material vergleichsweise rutschig. Im Test zeigt sich außerdem, dass das riesige Smartphone verwindungsanfällig ist – kein Wunder bei diesen Ausmaßen.

Mehr Display geht kaum

Das Hauptdisplay des HTC U Ultra misst 5,72 Zoll und hat eine Darstellungsschärfe von satten 513 ppi. Die Helligkeit ist mit 495 Candela pro Quadratmeter auch bei hellem Sonnenlicht ausreichend. Ergänzt wird das Display zusätzlich durch einen zweiten 2-Zoll-Monitor, welcher sich unabhängig vom großen Display einschalten lässt, was unter anderem Strom spart. Hierüber lassen sich häufig genutzte Apps, Kontakte, Termine, Akkustand, Kamera, Taschenlampe und Co. erreichen. Einschalten lässt sich das kleine Display über Doppeltipp oder über das Bewegen des Smartphones in die Vertikale. Der Hauptbildschirm wacht erst auf, wenn nach dem Doppeltipp eine deutliche Bewegung des U Ultra zu verzeichnen ist. Alternativ lässt sich zum Starten des Hauptbildschirmes auch einfach der Fingerabdrucksensor nutzen.

HTC U Ultra

HTC U Ultra

  • Betriebssystem Android 7.0 Nougat
  • 12 Megapixel-Kamera mit Autofokus, Bildstabilisator und Fotolicht
  • 5,7 Zoll LCD Touchscreen, 1440 x 2560 Pixel
  • bis zu 64 GB Speicher
  • ab 0,00 € mit Vertrag
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Ebenso wie die umfangreiche Display-Ausstattung beeindruckt im Test der vierkernige Prozessor in Kombination mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Die Benchmarks bescheinigen 148 Prozent über dem Durchschnitt – was in dem Tempo-Charts Platz zwei direkt hinter den beiden aktuellen iPhones macht. Mit dem HTC U Ultra erhält man somit den derzeit schnellsten Androiden am deutschen Markt.

Akku etwas schwach auf der Brust

Enttäuschender hingegen ist der Akku. Dieser ist fest verbaut und fasst 3.000 Milliamperestunden, womit das HTC U Ultra im Test 494 Minuten Videowiedergabe im Flugmodus und bei gedimmtem Display durchhält. Das sind drei Prozent weniger als der Durchschnitt und dürfte manch einen Nutzer in die missliche Lage bringen, tagsüber nachladen zu müssen. Das wiederum funktioniert dank 15-Watt-Ladegerät recht flott. Innerhalb von 102 Minuten ist der Akku wieder voll – 28 Prozent schneller als üblich.

Ausreichend Speicher, neueste Funktechniken

Umfangreich bemessen hingegen ist wiederum das Gedächtnis des HTC U Ultra. 64 Gigabyte, von welchen 51,9 Gigabyte übrig bleiben, plus die Erweiterungsmöglichkeit via MicroSD und USB-on-the-Go sollten nahezu jedem ausreichen. Zwar kann man anstatt der MicroSD auch eine zweite SIM-Karte einlegen, jedoch unterstützt das U Ultra Dual-SIM hierzulande nicht, sodass man sich das Einlegen auch gleich sparen kann. Was die weitere Ausstattung betrifft, so sind LTE mit bis zu 600 Megabit die Sekunde, WLAN ac, Bluetooth 4.2 und NFC mit an Bord. Lobend erwähnt werden soll außerdem der niedrige Strahlungswert von 0,374 Watt pro Kilogramm am Kopf.

Gute Bildergebnisse

Kommen wir nun zu den multimedialen Fähigkeiten des HTC U Ultra. Dieses schießt Selfies mit sage und schreibe 16 Megapixeln, die Haupt-Kamera mit Laser-Autofokus und optischem Bildstabilisator liefert 12,6 Megapixel. Die Bildqualität spielt in der oberen Liga mit: Scharf, natürliche Farben, gute Dynamik. Bei fehlendem Licht macht sich der optische Bildstabilisator positiv bemerkbar, es lassen sich auch bei wenig Licht noch gute Ergebnisse produzieren. Die Nutzeroberfläche ist aufgeräumt, zahlreiche Einstellungen verbergen sich hinter zwei Strichen. Wer mag, kann im Pro-Modus fotografieren und zwischen RAW- und JPG-Bildern wählen. HDR und andere Programmmodi wie Panorama sind selbstverständlich mit von der Partie.

Auch bei den 4K-Videos macht sich der optische Bildstabilisator positiv bemerkbar. Schärfe und Details sind hoch, Farben und Dynamik passen wie bei Fotos. Könnte alles prima sein, wäre da nicht der gefürchtete Autofokus, welcher hin und wieder pumpt.

Super Klang

Der Klang am Kopfhörerausgang ist erste Sahne. Außerdem liefert HTC seinen U-Sonic-Kopfhörer mit, welche das Ohr vermessen, um den Klang individuell an seinen Träger anpassen zu können. Außerdem werden mithilfe des eingebauten Mikrofons Umgebungsgeräusche analysiert und der Sound entsprechend angepasst. Belohnt wird dieser Aufwand durch druckvolle Bässe und präzise Höhen.

Komfortable Bedienung

Als Betriebssystem kommt Android 7.0 mit der HTC-Oberfläche Sense zum Einsatz. Über die HTC-eigene Sprachsteuerung Sense Companion lassen sich nicht nur einfache Sprachbefehle umsetzen, sondern können auch Kalendereinträge abgerufen werden oder man lässt sich daran erinnern, den Akku nachzuladen.

HTC U Ultra: Schnellstes Android-Phablet am Markt

Alles in allem liefert HTC mit dem U Ultra einen edlen und leistungsfähigen Wegbegleiter, der aufgrund seiner Größe jedoch wohl in kaum eine Hosentasche passen wird. Mit der Rechenleistung kann es kein anderer Androide aufnehmen, das Zweit-Display ist recht praktisch, der Speicherplatz mit 51,9 Gigabyte netto ausreichend bemessen. Auch an der restlichen Technik mit WLAN ac, LTE, Bluetooth 4.2, NFC und Fingerabdrucksensor lässt sich nichts aussetzen. Das Ultra liefert außerdem gute Fotos und Videos, der Klang am Kopfhörerausgang lässt jeden Musikfreund in die Knie gehen.

Drei Punkte sollte man vor dem Kauf jedoch bedenken: Der Autofokus bei den Video-Aufnahmen neigt hin und wieder zum Pumpen, die Glasrückseite mit ihren Schwächen in Form von Bruch- und Dreck-Anfälligkeit muss man mögen und mit dem etwas knapp bemessen Akku sollte man umzugehen wissen.

Was das Preis-Leistungsverhältnis angeht, so steigt das HTC U Ultra mit seinen 749 Euro 54 Prozent unter dem Mittel ein, was für eine Neuerscheinung der Oberklasse im gängigen Bereich liegt. Positiv würde die Preis-Leistungs-Bilanz jedoch erst ab 343 Euro – und das dürfte noch ein wenig dauern.

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