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Base Lutea 2 im Test - Smartphone mit Schwächen

Base verkauft das ZTE Skate unter dem Namen Lutea 2 und wir haben getestet, was das Smartphone alles kann. Dabei sind wir auf einige Schwächen gestoßen.

Base Lutea 2© Base

Neue Smartphones braucht das Land! Weil immer mehr Handytelefonierer mit einem Multimediatelefon durch den Alltag streifen wollen, steigt das Angebot jener Telefone, die praktisch ausschließlich über den berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) bedient werden. Längst müssen diese Endgeräte nicht mehr 500 Euro und mehr kosten, sondern sind auch für den weniger üppig bestückten Geldbeutel erschwinglich. Auch, weil aus Asien immer neue Hersteller nach Europa drängen, um ihre Hardware an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Ein gutes Beispiel ist der chinesische Konzern ZTE, der hierzulande zusammen mit der E-Plus Flatrate-Marke Base das Modell "Lutea 2" vermarktet. Wir haben untersucht, was das pechschwarze Smartphone zu bieten hat und wo es hakt.

Ein Blick auf den Lieferumfang

Wer sich das Lutea 2 in einem Shop oder auf der Homepage von Base bestellt, darf sich nicht nur über das Smartphone selbst, sondern auch über inzwischen standardmäßig vorhandenes Zubehör freuen. Im Lieferumfang enthalten sind neben einem Akku (1.400 mAh) auch ein USB-Datenkabel, ein Lade-Adapter (wird mit dem Datenkabel gekoppelt und mutiert so zu einem Ladegerät), ein kabelgebundenes Stereo-Headset mit 3,5 Millimeter-Klinke sowie eine mehrseitige Kurzanleitung und eine microSD-Karte mit einer Kapazität von 2 Gigabyte zur Speichererweiterung. Im Telefonspeicher wurde ein umfangreiches PDF-Handbuch in deutscher und englischer Sprache hinterlegt.

Nachdem die SIM-Karte in das Handy eingelegt wurde, startet ein umfangreicher Einrichtungsassistent. Da es sich bei dem Base Lutea 2 um ein Handy auf Basis des Betriebssystems Android (Version 2.3.5 Gingerbread) handelt, ist ein Google-Konto notwendig, um alle Funktionen des Smartphones nutzen zu können. Dann ist es zum Beispiel möglich, eine automatische Synchronisation für Kontakte, Kalender und andere Google-Dienste einzurichten. Wird am PC ein Kalendereintrag im Google Kalender geändert, wird diese Änderung auch auf dem Handykalender sichtbar - vorausgesetzt das Handy ist mit dem Internet verbunden. Schön ist auch, dass das Telefon in unserem Test von sich aus jene Apps installierte, die zuvor bereits auf anderen Android-Smartphones zum Einsatz kamen.

Gleichwohl mussten wir in diesem Zusammenhang auch feststellen, dass der frei verwendbare Telefon-Arbeitsspeicher mit 162 Megabyte sehr knapp bemessen ist. Einzelne Apps mussten wir aus diesem Grund auf die mitgelieferte SD-Karte verschieben, um sie nutzen zu können. Möglich ist das unter "Einstellungen" > "Anwendungen" > "Anwendungen verwalten"; allerdings nicht mit allen Apps.

WLAN schaltet sich automatisch ab

Wichtig ist zudem, dass Apps nur dann heruntergeladen werden sollten, wenn mit dem Handy eine WLAN-Verbindung aufgebaut wurde. Einzelne Applikationen (oder Aktualisierungen für diese) sind mehrere Megabyte groß und können vorhandenes HSDPA-Datenvolumen einer Handy Internet Flat schnell aufbrauchen. Im Rahmen der Einrichtung des Telefons wird direkt nach einem vorhandenen WLAN-Netzwerk gesucht bzw. automatisch auf dem Telefon eingerichtet, wenn das WLAN-Passwort auf einem anderen Android-Telefon bereits abgespeichert wurde. Etwas ärgerlich: die WLAN-Funktion schaltet sich automatisch ab, sobald die Displaysperre über einen längeren Zeitraum aktiv ist. Das spart zwar Akkukapazität, saugt aber andererseits am Datenvolumen bzw. sorgt sogar für zusätzliche Kosten wenn keine Flatrate gebucht wurde.

Schaut man sich das Gerät selbst an, ist vor allem eines auffällig: das Lutea 2 ist mit einem sehr großen Bildschirm ausgestattet. In seiner diagonalen Abmessung kommt der Touchscreen bei einer Auflösung von 480x800 Pixeln auf 4,3 Zoll, was mitunter zu den größten Bildschirmen am Markt zählt. Zum Vergleich: das neu vorgestellte iPhone 4S von Apple bringt es nur auf 3,5 Zoll, das Samsung Galaxy S II misst ebenfalls 4,3 Zoll.

Display mit Schwächen

Dennoch kann die Qualität des Bildschirms nicht mit der Konkurrenz mithalten. Zum einen können nur 65.536 Farben dargestellt werden, 262.000 oder gar 16,4 Millionen Farben sind bei Smartphones heutzutage allerdings Standard. Hinzu kommt, dass es an Farbbrillanz und einem satten Kontrast mangelt. Und wenn das Handy bei starker Sonneneinstrahlung genutzt wird, ist es oft fast unmöglich überhaupt Inhalte abzulesen. Auch, weil der Bildschirm stark spiegelt. Darüber hinaus ist der gesamte Handyköprer - sei es das Display oder die Klavierlack-Rückseite - extrem anfällig für Fingerabdrücke. Regelmäßiges Putzen steht also auf der Tagesordnung.

Etwas minderwertig wirken die drei Menütasten unter dem Bildschirm. Hier hat Hersteller ZTE nicht auf schmucke Sensor-, sondern auf knarzende und schwach beleuchtete Druck-Tasten gesetzt. Aber: die Zurück-Taste dient erfreulicherweise auch als Informationsquelle für verpasste Anrufe und noch nicht gelesene Nachrichten. Wurde ein Anruf nicht entgegen genommen, blinkt die Taste in grünen Impulsen, verpasste SMS werden rot blinkend angezeigt. Ist das Smartphone ans Ladegerät angeschlossen, signalisiert die Taste durch ein grünes oder rotes Dauerleuchten den aktuellen Ladezustand.

Prozessor zu schwach bemessen

Einen Minuspunkt gibt es auch für den integrierten Prozessor (800 Megahertz). Zwar reicht er absolut aus, um flüssig durch das Smartphone-Menü, den Android Market oder über Internetseiten zu navigieren. Wer aber zum Beispiel das Kultspiel "Angry Birds" installiert, wird schnell seine Freude verlieren. Die bunten Vögel ruckeln mehr über den Bildschirm als dass sie fliegen und das trübt den Spielspaß doch gewaltig.

Nutzbar ist das Telefon praktisch rund um den Erdball. Konkret überall dort, wo ein GSM- (Quadband) oder UMTS-Netz zur Verfügung steht. Mobile Internetausflüge sind auf Basis von EDGE, HSDPA oder WLAN möglich. LTE-Technologie ist erwartungsgemäß noch nicht mit an Bord. Ebenso fehlt ein zukunftsweisender NFC-Chip.

Gewöhnungsbedürftig und zeitweilig sogar nervig, weil nicht richtig arbeitend, ist die voraktivierte (SWYPE-ähnliche) XT9-Tastatur. Vielleicht braucht es einfach eine gewisse Zeit, bis man sich als Nutzer damit angefreundet hat, dass Wörter automatisch verbessert oder per Fingerzug in Form einer Wischbewegung über die virtuelle QWERTZ-Tastatur eingegeben werden. Trotzdem haben wir im Rahmen unseres Tests lieber ohne derartige Software-Unterstützungen gearbeitet und auf eine Eingabe per einzelner Buchstaben-Eingabe gesetzt.

Durchschnittliche Kamera

Kein großer Wurf ist die integrierte Kamera. Sie löst mit bis zu 5 Megapixeln auf und ist mit einem Autofokus ausgestattet. Der sorgt dafür, dass Fotos bei guten Lichtverhältnissen eine ordentliche Qualität vorweisen können. Wer den Autofokus zu kurz aktiviert oder komplett darauf verzichtet, wird schnell feststellen, dass die Bildschärfe rapide nachlässt. Im Videomodus sind Aufnahmen in eher minderwertiger VGA-, CIF-, QVGA- oder QCIF-Qualität möglich. Von HD-Aufnahmen ist also weit und breit nichts zu sehen, aufgenommene Videos sind entsprechend unscharf. Schade!

Fazit: Nicht viel mehr als Mittelklasse

Auch wenn das Base Lutea 2 gerne mehr sein würde als ein Mittelklasse-Smartphone, ist es in der Endabrechnung genau das. Der große Bildschirm erweckt zwar auf den ersten Blick den Eindruck, bei dem Gerät könnte sich um eine echte iPhone-Alterative handeln, die zahlreichen Schattenseiten sorgen aber dafür, dass es sich eher im Mittelfeld statt in der Spitzengruppe einordnen muss.

Abzüge gibt es vor allem für den zu schwachen Prozessor, das zwar große, aber qualitativ hinter der Konkurrenz hinterherhinkende Display sowie die eher schwache Akkulaufzeit. Wer sein Smartphone intensiv nutzt, muss es schon nach 12 bis 18 Stunden mit neuer Energie versorgen. An weiteren Extras liefert das auch als ZTE Skate bekannte Smartphone eine Bluetooth-Schnittstelle, GPS Empfänger, MP3-Player und integrieres Radio.

Und was kostet das Telefon? Base verkauft es zum Beispiel unter www.base.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der Link ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern. in Verbindung mit dem Tarif "Mein Base" und einer Handy Internet Flat mit 500 Megabyte HSDPA-Datenvolumen. Dafür werden während einer Laufzeit von zwei Jahren monatlich 17 Euro fällig - also 408 Euro insgesamt. Während dieser Zeit ist eine Art Handy-Versicherung inklusive und Smartphone auf diese Weise gegen Wasser-, Sturz-, Bruch- und Akku-Schäden geschützt. Wer nur das Gerät ohne Zusatzleistungen kaufen möchte, muss bei der E-Plus-Marke 240 Euro hinblättern. Ohne Base-Vertrag ist das baugleiche Modell zum Beispiel ab dem 13. Oktober bei Aldi Nord für 199 Euro zu haben.

Name: Base Lutea 2 / ZTE Skate
Hersteller: ZTE 
Internet: www.zte-deutschland.de
Preis: 240 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Google Android 2.3.5 (Gingerbread)
Prozessor: Single Core 800 Mhz.
Antenne: GSM Quadband, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 126x68x11 Millimeter
Gewicht: 122 Gramm
Display: 4,3 Zoll, 800x480 Pixel, 65.536 Farben
Speicher: 2 GB über beiliegende microSD Karte
über andere microSD um max. 32 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth, WLAN
Digitalkamera: 5,0 Megapixel Kamera mit Autofokus und Kameralicht; keine HD-Videos
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Headset, USB-Kabel
SAR-Wert: 1,1 W/kg (hoch)
Extras: MP3-Player, Bluetooth, Radio, GPS, WLAN
Akkulaufzeit im Test: 6-7 Stunden Sprechzeit
ca. 1 Tag Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
großes Display
WLAN und HSDPA
Status-LED
intuitive Bedienung
viele Apps nutzbar
Schwacher Prozessor
Kamera mit Schwächen & ohne HD-Videos
Display nicht sonderlich hochwertig
Akku nicht ausdauernd
kein NFC & HDMI
Bewertung:
Bedienung (30%): sehr gut
Ausstattung (20%): ausreichend
Verarbeitung (20%): befriedigend 
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote befriedigend (2,7)
Preis-Leistung: befriedigend

(Hayo Lücke)

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