Sat-Internet: Alle Infos rund um Internet per Satellit

Was tun, wenn weder DSL noch Kabel an der eigenen Adresse verfügbar sind und es keine Lösung über UMTS bzw. LTE sein soll? Überall in Deutschland lässt sich ein Internetanschluss per Satellit realisieren. Benötigt werden lediglich eine Satellitenschüssel, ein LNB sowie ein Sat-Modem zum Anschluss des PCs oder Notebooks. Insbesondere in ländlichen Regionen sind damit derzeit Download-Bandbreiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) realisierbar.

Was ist Satelliten-Internet?

Internet über Satellit ist der Zugang zum weltweiten Netz über eine Funkverbindung. Ähnlich wie beim Satelliten-Fernsehen ist eine Satellitenschüssel notwendig, die mit einer Sendeeinheit und (bei KA-Band) mit einer Empfangseinheit ausgestattet ist. Bei den Satelliten handelt es sich um sogenannte "geostationäre" Satelliten, die sich in 36.000m Höhe genau mit der Rotation der Erde mit bewegen. Aus diesem Grund ist die örtliche Beziehung zwischen Satelliten und Bodenstation immer gleich, und Daten können übertragen werden.

Ursprünglich für das Militär und für Großkonzerne entwickelt, die beispielsweise auf Schiffen auf eine Internetverbindung ohne Kabelnetz angewiesen waren, können nun auch normale Endverbraucher auf Internet via Satellit zurückgreifen.

Der Vorteil dieser Technologie liegt klar auf der Hand: für den schnellen Zugang zum Internet ist keinerlei Voraussetzung nötig. Es müssen also keine Kabel oder Funkmasten in der Nähe sein. Solange man die Satelliten-Anlage besitzt und freie Sicht nach Süden gewährleistet ist, kann man Internet via Satellit nutzen. Die Anlage muss für die Nutzung des Internets eine spezielle Krümmung haben – daher kann leider eine bestehende TV-Satellitenanlage nicht genutzt werden.

In Deutschland gibt es mehrere Anbieter für Internet per Satellit. Die größten sind getinternet, SkyDSL und Orbitcom.

Die Technik hinter Sat-Internet: Ein-Kanal- und Zwei-Kanal-Systeme

Bei Satelliten-Internet unterscheidet man zwischen Ein-Kanal und Zwei-Kanal-Systemen. Noch aus der Anfangszeit der Verbreitung von DSL via Satellit stammen die Lösungen per Ein-Wege-Kanal. Die Daten aus dem Internet werden zwar per Satellit auf den heimischen Rechner geschickt, doch jede Anfrage nach einer Internetseite und jeder Upload muss über einen separaten, zusätzlichen Kanal erfolgen. Dieser ist bei dieser technischen Lösung noch nicht im Preis inklusive und muss über einen anderen Anbieter per Festnetz oder Mobilfunk realisiert werden. Angebote ohne Rückkanal sind ein Auslaufmodell und auf dem Markt kaum noch zu finden.

Dank der Umrüstung auf Zwei-Kanal-Systeme mit integriertem Rückkanal für den Upload von Daten entstehen dem Kunden keine weiteren Kosten für andere Provider. Das von etlichen DSL via Satellit Providern angebotene Surfen zum Pauschalpreis beinhaltet alle monatlich anfallenden Kosten. Je nach Tarif wird teilweise die Nutzung nur nach dem Fair-Use-Prinzip ermöglicht: bei zu viel monatlichem Datentraffic, wird die Bandbreite heruntergeschraubt.

Die Kosten für die Hardware liegen durchschnittlich im Bereich zwischen 100 und 300 Euro. Teilweise subventionieren die Anbieter die Anschaffung von Satellitenschüssel und Satelliten-Modem und geben Rabatte. Günstiger fahren auch Kunden, die statt monatlicher Zahlung etwa eine jährliche Zahlungsweise auswählen. Außerdem lässt sich die Hardware bei manchen Anbietern auch mieten. Nach Vertragsende müssen Satellitenschüssel & Co dann wieder an den Provider zurückgegeben werden.

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