News

Zweiter Versuch: UMPCs mit Tastatur

Die kleinen Surfbretter waren bisher noch keine Kassenschlager. Das wollen Gigabyte und Samsung ändern und haben die UMPCs zur CeBIT aufgemöbelt. Sony bringt außerdem eine teure Business-Version.

19.03.2007, 10:17 Uhr
CeBIT© CeBIT

Vergangenes Jahr waren sie eine der Highlights auf der CeBIT: Die Ultramobile PCs. Ausgestattet mit einem Windows-Betriebssystem sollten die UMPCs mit ihrem niedrigen Gewicht und der geringen Größe die Lücke zwischen PDA und Notebook schließen. Die Bedienung erfolgte bei der ersten Generation ausschließlich über den druckempfindlichen Bildschirm, was für viele Anwender häufig als umständlich empfunden wurde. Die ersten UMPCs fanden daher wenig Akzeptanz – zumindest in Europa. Jetzt zeigen Hersteller auf der CeBIT die zweite Generation der UMPCs, die eine kleine Tastatur mitbringen.
Tippen und Tatschen
Der UMPC von Gigabyte heißt U60 und wiegt mit 740 Gramm rund ein halbes Kilo weniger als die leichtesten Subnotebooks. Damit ist das U60 trotz der hinzugekommenen Mini-Tastatur, die sich unter dem Display befindet, nicht schwerer als ein Gerät der ersten Generation. Die Tasten sind dabei sehr klein bemessen, sind aber immerhin im QWERTZ-Layout. Darüber hinaus kann der U60 weiterhin über das Touchscreen bedient werden. Das Display hat dabei eine Bilddiagonale von 6,5 Zoll (17 cm) und kann bis zu 800 x 480 Bildpunkte darstellen. Im oberen Display-Rand hat Gigabyte eine Webcam integriert. Beim Prozessor setzt Gigabyte einen Via C7-M mit 1,0 Gigahertz ein, der auf 768 Megabyte Arbeitsspeicher zugreifen kann.
Der Via-Prozessor rechnet im Vergleich zu Intels ULV-Celerons deutlich langsamer und dürfte auch wegen des knapp bemessenen Hauptspeichers wenig Leistungsreserven für Windows Vista haben. So benötigte das Vorführgerät auf dem Messestand über eine Minute für das Booten von Vista Basic. Auch die Festplatte ist mit einer Kapazität von 30 Gigabyte unterdimensioniert, zumal Windows Vista nach der Installation bereits rund acht Gigabyte belegt. Später soll das Gerät auch zusammen mit Vista Premium erhältlich sein. An Schnittstellen verfügt der U60 über zwei USB-Ports sowie Bluetooth, WLAN und einen Anschluss für eine optional erhältliche Dockingstation. Die Akkulaufzeit soll laut Herstellerangaben bis zu vier Stunden betragen. Samsung zeigt auf der CeBIT einen UMPC namens Q1 Ultra, das anhand der technischen Daten näher an Rechenleitung und Ergonomie eines Notebooks heranreicht, als das Gigabyte. Das Gerät ist deutlich breiter, zumal die Tastatur links und rechts neben dem Bildschirm platziert ist, was lediglich Tippen mit den Daumen erlaubt. Neben der Touchscreen-Funktion gibt es eine Art Joystick zur Steuerung des Mauszeigers.
Hochauflösend
Der Bildschirm selbst ist mit einer Bilddiagonale von sieben Zoll (17,8 cm) etwas größer als beim U60. Auch die maximale Auflösung ist mit 1.024 x 600 Bildpunkten höher. Über den Prozessor macht Samsung noch keine genauen Angaben, außer dass es sich um eine Modell von Intel handelt, dem ein Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Das Gewicht beträgt lediglich 690 Gramm, der Akku reicht wie bei Gigabyte für eine Laufzeit von vier Stunden. Das Q1 Ultra bringt gleich zwei Kameras auf Vorder- und Rückseite mit. Für den Datenfunk stehen WLAN und Bluetooth bereit, außerdem sind zwei USB-Ports, LAN-Port und SD-Kartenleser vorhanden.
Sony zeigt auf der Messe ein Business-UMPC, bei dem eine Dockingstation zum Lieferumfang gehört. Der UMPC kommt mit Vista Business und wiegt nur 486 Gramm - ist aber mit 3,2 Zentimetern dicker als manches Notebook. Schiebt man das Display nach oben, hat man Zugriff auf die darunterliegende QWERTZ-Tastatur. Zudem lässt sich dann die auf der Rückseite des Displays platzierte 1,3-Megapixel-Kamera nutzen. Zusätzlich befindet sich eine VGA-Webcam in der Oberseite der Display-Fassung. Bei den technischen Daten glänzt Sonys Gerät mit einem Intel Core Solo U1500, der mit 1,33 Gigahertz taktet. Als Festplatte dient ein Flashspeicher mit einer Kapazität von 32 Gigabyte - der unter anderem das geringe Gewicht ermöglicht und im Gegensatz zu Festplatten unanfällig gegen Stöße ist. Durch die kurzen Zugriffszeiten des reagieren Anwendungen zügig, die Datentransferrate dürfte aber niedriger als bei Festplatten sein. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt ein Gigabyte; der Grafikchip GMA 950 zwackt sich einen Teil als Grafikspeicher ab.
Nobel-Ausstattung
Das Display hat eine Bilddiagonale von lediglich 4,5 Zoll (11,43 cm) und zeigt dabei ein Auflösung von 1.024 x 600 Pixel. Dadurch ist zwar eine gute Übersicht gewährleistet, allerdings werden die Objekte sehr klein dargestellt. Dafür hat Sony rechts neben dem Bildschirm zwei Knöpfe, mit denen man ins Bild hinein- beziehungsweise herauszoomen kann. Als Anschlüsse stehen ein USB-Port, Line In/Out sowie WLAN und Bluetooth zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Kartenleser für Sonys Memory Stick und einen Compact-Flash-Slot. Mit der Dockingstation kommen weitere zwei USB-Ports, FireWire und A/V-Out und VGA zum Anschluss eines externen Monitors hinzu. Zum Schutz der Daten ist ein Fingerabdruck-Sensor vorhanden.
Zu Verfügbarkeit und Preisen machten Gigabyte und Samsung noch keine genauen Angaben. Das U60 von Gigabyte könnte in Deutschland für unter 750 Euro zu haben sein, das Gerät von Samsung dürfte aufgrund der besseren Ausstattung bei etwa 1.000 Euro liegen. Bei Sonys neuem UMPC stehen Verfügbarkeit und Preis dagegen schon fest: In drei Wochen soll das der schnieke Mini für happige 2.999 Euro in den Handel kommen.

(Klaus Wiesen)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang