ANGA COM Digital

Zwangsabschaltung von Kupfernetzen bei flächendeckendem FTTH-Ausbau?

NetCologne-Chef von Leppel hat im Rahmen des "Breitbandgipfels" der ANGA COM Digital vorgeschlagen, die Kupfernetze abzuschalten, wenn es einen flächendeckenden FTTH-Ausbau in einem Gebiet gebe. Das sei sinnvoller als komplexe Förderverfahren.

Jörg Schamberg, 09.06.2021, 17:13 Uhr
Glasfaser Kabel Ausbau© ChiccoDodiFC / Adobe Stock

An dem Ziel der Bundesregierung, bis 2025 flächendeckend den Gigabitausbau in Deutschland zu realisieren, herrscht in der Branche Zweifel. Das zeigte sich am Mittwoch auch beim "Breitbandgipfel" im Rahmen der "ANGA COM Digital". Timo von Leppel, Chef des regionalen Kölner Telekommunikationsanbieters NetCologne (Angebote von NetCologne) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
, glaubt nicht daran, dass bundesweit bis 2025 Gigabit-Internet für alle erreicht sein wird. In Köln könne man aktuell 70 Prozent der Haushalte mit Gigabit-Speed versorgen. Wenn es gut laufe, steige der Anteil bis 2025 auf 80 bis 90 Prozent.

Gigabit-Ausbau wird noch dauern

Auch Tele Columbus-Chef Dr. Daniel Ritz sieht Gigabit-Internet deutschlandweit bis 2025 als illusorisch an. Dafür brauche es Genehmigungen, müssten die Leitungen verlegt werden sowie die Vermarktung erfolgen. Das werde alles dauern. Der Berliner Kabelnetzbetreiber, der Internet, Telefonie und TV unter seiner Marke PŸUR (Angebote von PŸUR) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
vermarktet, baue so schnell aus wie möglich. Der neue Investor habe für eine Kapitalspritze gesorgt. Überall wo DOCSIS 3.1 verfügbar sei, biete der Anbieter Gigabit-Speed an. Tele Columbus verfüge über 2,4 Millionen rückkanalfähige Haushalte, Rund 400.000 (16 Prozent) seien mit Glasfaser versorgt. Der Kabelnetzbetreiber arbeite daran, die Haushalte in den nächsten Jahren möglichst schnell auf Glasfaseranschlüsse zu bringen.

Dänemark Deutschland bei Digitalisierung und Netzausbau voraus

Im Nachbarland Dänemark sei man schon weiter, es gebe generell einen gewissen Vorsprung in Skandinavien im Vergleich zu Deutschland. Laut Michael Fränkle, Technikchef von TDC NET A/S, einer Art dänischer Telekom, sei die Internetversorgung in Dänemark neben Strom, Wasser und Gas eine wichtige Größe. Der Manager ist optimistisch, das Gigabit-Ziel bis 2025 zu erfüllen, bei 5G sei man schon jetzt so weit. Der Wettbewerb sei in Dänemark sehr intensiv, die politischen Parteien würden hinsichtlich der Digitalisierung in den vergangenen Jahren am gleichen Strang ziehen.

Migration von HFC-Kabelkunden auf Glasfaseranschlüsse

NetCologne versorge noch rund 200.000 Haushalte über HFC-Kabelnetze. Diese Kunden sollen aber in den nächsten Jahren auf Glasfaser umgezogen werden. HFC-Netze seien störungsanfälliger und limitierter als Glasfaser. "Wir dürfen uns in Deutschland nicht mit Mittelmaß zufrieden geben", so der NetCologne-Chef. Daher liege der Fokus auf dem Glasfaserausbau. HFC sei nur eine Übergangstechnologie, die NetCologne nicht noch jahrelang weiter betreiben werde. Glasfasernetze amortisieren sich erst nach 10 Jahren und mehr. Daher müsse man jetzt anfangen und die Zukunft gestalten.

Abschaltung von Kupfernetzen sinnvoller als komplexe Förderverfahren

Sowohl NetCologne als auch Tele Columbus sprechen sich für Open Access aus. Darin liege die Zukunft. NetCologne-Chef von Leppel schlägt sogar vor: Statt sich gegenseitig zu überbauen, sollten die Kupfernetze zwangsweise abgeschaltet werden. Dies sollte gelten, wenn ein Unternehmen flächendeckend ein FTTH-Netz ausbaut. Würde ein Anbieter die FTTHC-Anschlüsse von NetCologne mit FTTH überbauen, würde NetCologne bei einem Open-Access-Modell die Kunden auf das FTTH-Netz migrieren. Eine solche Zwangsmigration würde einen richtigen Schub für Glasfaser geben. Für die Dekommissionierung von Kupfernetzen könne es Sonderabschreibungen geben. Das wäre besser als komplexe Förderverfahren.

Günstige Internet-Tarife finden
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang