News

Zu wenig freie HD-Sender: Unitymedia weist Vorwürfe der Verbraucherzentrale NRW zurück

Die Verbraucherzentrale NRW wirft Unitymedia vor, den Streit um die Einspeiseentgelte auf dem Rücken der Kunden auszutragen. Nur drei freie öffentlich-rechtliche HD-Sender seien per Kabel empfangbar. Unitymedia nimmt gegenüber onlinekosten.de Stellung zu den Vorwürfen und schiebt die Verantwortung für die jetzige Situation auf ARD und ZDF.

24.06.2014, 12:46 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Am Montag hatte die Verbraucherzentrale NRW Kritik am mageren HD-Angebot von Unitymedia geäußert. Konkret ging es um die freien HD-Kanäle der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Von den insgesamt 19 Programmen in hochauflösender Bildqualität sind im Kabelnetz von Unitymedia nur drei Sender empfangbar. Gegenüber onlinekosten.de nahm Unitymedia am Dienstag Stellung zu den Vorwürfen der Verbraucherschützer.

Unitymedia: ARD und ZDF haben Verträge einseitig gekündigt

"Wir nehmen die Kritik der Verbraucherzentrale zur Kenntnis, weisen die geäußerten Vorwürfe jedoch zurück", betonte ein Sprecher des in Köln ansässigen Kabelnetzbetreibers. Denn nicht Unitymedia habe die von der Verbraucherzentrale bemängelte Situation herbeigeführt, sondern vielmehr die Öffentlich-Rechtlichen. "Sie haben einseitig ihre Einspeiseverträge mit Unitymedia und Kabel BW gekündigt und sämtliche Zahlungen für die Nutzung unserer Netzkapazitäten eingestellt. Wir haben diese Kündigung zurückgewiesen und bemühen uns seitdem um eine Einigung", betont der Unitymedia-Sprecher.

Unitmedia habe ARD und ZDF ein Angebot vorgelegt, auf dessen rechtlicher Grundlage weitere HD-Sender über das Kabelnetz verbreitet werden könnten. "Bis jetzt ist es hierbei leider zu keiner Einigung gekommen", heißt es von Seiten des Kabelnetzbetreibers dazu. Mit Hochdruck arbeite der Kabelnetzbetreiber an einem "noch attraktiveren HD-Programmangebot". Zuletzt seien Anfang Juni mit der Einspeisung von AXN HD und History HD zwei Neuzugänge hinzugekommen.

Unitymedia pocht weiter auf Zahlung von Einspeiseentgelten

Unitymedia hält aber an seiner Position fest: Die Sender sollten für "die Inanspruchnahme einer wertvollen Leistung – und zwar die Nutzung unserer Netzkapazitäten – ein angemessenes Entgelt zahlen müssen". Die Öffentlich-Rechtlichen belegen nach Angaben der Kölner einen "erheblichen Teil" der Netzkapazität, dennoch würden ARD und ZDF "jede Zahlungsbereitschaft für die Einspeisung ins Kabelnetz vermissen" lassen.

Nur 4 Prozent der Zuschauer nutzen laut Unitymedia die terrestrische Verbreitung, dennoch würden die Öffentlich-Rechtlichen für diesen fünffach teureren Verbreitungsweg zahlen – und selbst für die Satelliten-Übertragung fließen Gelder. Deutschlandweit empfange aber jeder zweite Haushalt das TV-Signal über das Kabelnetz.

Unitymedia erklärt daher erneut die bekannte Sichtweise des Kabelnetzbetreibers: "Wir sehen eine rundfunk- und verfassungsrechtlich begründete Verpflichtung von ARD und ZDF, ihre Programme zu angemessenen Konditionen auch über die Kabelnetze zu verbreiten und signalisieren daher erneut unsere Bereitschaft, mit den Öffentlich-Rechtlichen nach wirtschaftlich sinnvollen und verbraucherfreundlichen Lösungen zu suchen." Ein Ende des Streits ist noch nicht in Sicht.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang