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Zentrale Behörden-Hotline 115 startet 2008

Berlin ist Modellregion bei der Einführung einer zentralen Rufnummer für Behörden. Unter der Nummer 115 sollen alle Ämter ab Sommer 2008 erreichbar sein.

09.12.2007, 14:01 Uhr
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In Berlin laufen derzeit die Vorbereitungen für die Einführung einer zentralen Rufnummer für alle Behörden in der Hauptstadt. Schon im März berichtete onlinekosten.de über die ersten Planungen. Im Sommer 2008 soll die Behördenrufnummer 115 dann in der Testregion Berlin an den Start gehen.
Insgesamt vier Modellregionen
Neben Berlin dienen auch Hamburg, das Rhein-Main Gebiet sowie elf Kommunen in Nordrhein-Westfalen als Modellregion für die neue Nummer. Nach Informationen der Berliner Zeitung "Der Tagesspiegel" können dann 13 Millionen Bürger die Ämter zentral unter der Hotline-Nummer 115 erreichen. Die Nutzung der Nummer als Amtshotline wird die Bundesnetzagentur laut der Zeitung in den nächsten Tagen freigeben und dies dem zuständigen Bundesinnenministerium mitteilen. In Deutschland arbeiten rund 20.000 Behörden. Oft bleiben Angelegenheiten unerledigt, weil die Bürger gar nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen.
Eine Nummer für alle Fälle
Die 115 wird zur zentralen Anlaufstelle für alle möglichen Alltagsprobleme werden. Besserer Service und eine Vereinfachung der Strukturen sollen erreicht werden. Nach dem Wählen dieser Nummer stehen Behördenmitarbeiter bereit, die den Bürgern bei Fragen von der Steuererklärung bis zur Beantragung eines Angelscheins behilflich sein werden. Es können zentral etwa Schlaglöcher gemeldet oder Anträge mit Hilfe eines Mitarbeiters online ausgefüllt werden.
Mehr Transparenz in der Verwaltung
Jederzeit soll für den Bürger nachvollziehbar sein, wo sich seine Angelegenheit gerade befindet. Dazu erhält jeder eine Identifikationsnummer. Die hinter dem ganzen Projekt stehende Technik ist recht komplex und stellt hohe Anforderungen. Das Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) ist laut einem Bericht der Zeitung "Welt" federführend bei der Umsetzung des Vorhabens und entwickelt auch die benötigte Software. Fokus-Direktor Radu Popescu-Zeletin glaubt, dass rund 80 Prozent aller Behördenvorgänge durch das neue System automatisiert werden können.
Details des Konzepts
Die ersten Überlegungen zu einer zentralen Behördennummer waren im letzten Jahr bei dem ersten Informationstechnologie-Gipfel unter Leitung von Bundeskanzlerin Merkel vorgestellt worden. Bei dem in der nächsten Woche stattfindenden zweiten Gipfel sollen weitere Details zur Amtsnummer 115 bekanntgegeben werden. Details sind jedoch schon unter anderem dem "Tagesspiegel" zu entnehmen. Zu Beginn wird die Hotline voraussichtlich von sieben bis 21 Uhr erreichbar sein. Der Service soll in den gängigen Sprachen zur Verfügung stehen, ein Dolmetscher-Service ist zusätzlich geplant. Einfache Anfragen sollen direkt beantwortet werden, komplexere Vorgänge an zuständige Mitarbeiter weitergeleitet werden.
Servicenummer wohl nicht kostenlos
Die schnelle Nummer zum Amt wird aber nicht kostenlos angeboten. Nach Angaben des Staatssekretär im hessischen Innenministerium, Harald Lemke, der das Projekt mit dem Bundesinnenministerium koordiniert, fallen voraussichtlich zwischen zehn und 20 Cent pro Anruf an. Damit soll dann die Infrastruktur des Services finanziert werden.
In fünf bis sieben Jahren sollen alle Gemeinden an die zentrale Behördennummer angeschlossen sein.

(Jörg Schamberg)

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