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Zeitungsverlage machen mehr Apps kostenpflichtig

Die deutschen Printverlage investieren ins mobile Geschäft. Derzeit bieten sie rund 400 Apps für Smartphone und Tablet an, knapp zwei Drittel davon sind kostenpflichtig.

11.04.2013, 12:49 Uhr
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Die deutschen Printverlage investieren ins mobile Geschäft. Derzeit bieten sie rund 400 Apps für Smartphone und Tablet an, knapp zwei Drittel davon sind kostenpflichtig (Übersicht). Dies ergab eine Erhebung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die am Mittwoch im Rahmen der Konferenz "Digitale Erlösmodelle" vorgestellt wurde. Der Verband spricht sogar von einer Paid-Content-Offensive.

Bereitschaft zu zahlen soll da sein

"Die Entwicklung stimmt die Branche optimistisch. Die Bereitschaft, für digitale Ausgaben zu bezahlen, ist da. Aber sie ist noch ausbaufähig", so Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Der Branchenverband ist jedoch überzeugt, dass die Verbreitung von mobilen Zeitungsinhalten in den nächsten Jahren noch "enorm" zunehmen werde.

Der BDZV hat in seiner Studie aber erst einmal nur festgestellt, dass die Zahl der verfügbaren Apps gestiegen sei. Mehr als 60 Prozent von ihnen wurden demnach für das mobile Betriebssystem iOS entwickelt, also für iPhone oder iPad. Der Anteil der Android-Apps soll aber gestiegen sein, die absolute Zahl habe sich seit Sommer 2012 mehr als verdoppelt. In der Vergangenheit haben jedoch einige Studien gezeigt, dass die Nutzer von Android-App nicht bereit sind, für die App oder für ein damit verbundenes Abo zu zahlen.

Ein subventioniertes Tablet zum Abonnement

Die Verlage vermarkten vor allem Tablet-Apps in Kombipaketen zusammen mit der gedruckten Ausgabe oder mit einen subventioniertem Gerät. Zudem setzen die Verlage auf redaktionelle, aber nicht journalistische Angebote. Die Studie zählt über 70 Apps zu Themengebieten wie Fußball, Gesundheit, Kultur, Verkehr und Wandern.

Erst im November 2012 hatte Mathias Döpfner, Chef des Verlages Axel Springer, Paid Content als "Schicksal der Verlage" bezeichnet und eine Umstellung der Angebote von "Welt" und "Bild" auf Bezahlinhalte angekündigt. Den Erfolg machte er aber davon abhängig, ob auch andere Verlage mitziehen werden. Axel Springer erwirtschaftet bereits 35 Prozent des Umsatzes mit dem Digitalgeschäft.

(Peter Giesecke)

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