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Zeitung: NSA schnüffelt in E-Mail-Adressbüchern von Facebook, Gmail & Co.

Es wurden so große Mengen an Daten zusammengetragen, dass zwischendurch über Überlastung der Speicherkapazitäten gedroht habe, berichtet die "Washington Post".

15.10.2013, 07:34 Uhr (Quelle: DPA)
Facebook © Facebook

Der US-Geheimdienst NSA sammelt nach einem Bericht der "Washington Post" weltweit Hunderte Millionen von Kontaktlisten und Adressbüchern von persönlichen Email- und Instant Messaging-Konten. Viele Konten gehörten Amerikanern, schrieb das Blatt online am Dienstag. Die Informationen stammten von hohen Geheimdienstmitarbeitern und aus streng geheimen Dokumenten des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden.

Schnüffelei im großen Stil

An einem einzigen Tag im vergangenen Jahr habe die NSA mehr als 444.000 Email-Adressbücher bei Yahoo, mehr als 100.000 bei Hotmail, über 82.000 bei Facebook, gut 33.000 bei Gmail und fast 23.000 bei anderen nicht genannten Dienstleistern gesammelt. Das gehe aus einer internen Präsentation der NSA hervor. Laut "Washington Post" wären das mehr als 250 Millionen Email-Adressbücher im Jahr.

Die Analyse dieser Daten erlaube es dem Geheimdienst unter anderem, nach verborgenen Verbindungen zu suchen. Die Sammlung sei auf geheime Vereinbarungen mit ausländischen Telefongesellschaften oder befreundeten Geheimdiensten angewiesen. Auch wenn das außerhalb der USA geschehe, bestätigten zwei hohe US-Geheimdienstbeamte laut "Washington Post", dass davon auch Kontakte zahlreicher Amerikaner betroffen seien. Nach Schätzungen könne die Zahl im Bereich von Millionen oder Dutzenden von Millionen liegen.

Shawn Turner, Sprecher des Büros des Nationalen Geheimdienstdirektors, erklärte nach den Angaben der Zeitung, dass die NSA Hinweise auf Terroristen, Menschenhändler und Drogenschmuggler suche. "Wir sind nicht interessiert an persönlichen Informationen über normale Amerikaner."

Die NSA sei weder vom Kongress noch dem speziell zuständigen Gericht ermächtigt worden, Kontaktlisten in großer Menge zu sammeln, schrieb das Blatt. Ein hoher Geheimdienstmitarbeiter habe erklärt, das wäre in den USA aus ungesetzlich. Der Geheimdienst arbeite deshalb von Zugangspunkten in aller Welt.

Riesige Datenmengen

Die Sammlung an Kontakten sei so umfangreich, dass gelegentlich eine Überlastung der Speicherkapazitäten gedroht habe, heißt es in der "Washington Post". Auch Spam-Mails seien ein bedeutendes Problem für die NSA, da sie Datenspeicher mit wertlosen Informationen verstopften. Der größte Teil aller Emails ist laut einem NSA-Dokument Spam von falschen Adressen.

(Hayo Lücke)

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