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Zeitenwende: Die Intel-Macs sind da

Das PowerBook ist Geschichte. Für Mac-Fans ein echter Schock: Steve Jobs lässt sich wirklich mit der dunklen Seite der Macht ein.

11.01.2006, 11:48 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das PowerBook, Apples beliebtes Profi-Notebook, ist Geschichte. Der nach dem zunächst von Motorola, dann IBM gefertigten PowerPC-Prozessor benannte Computer ist das prominente erste Opfer der unheiligen Allianz mit Intel. So dürften es zumindest die zahlreichen Hardcore-Macianer sehen, mit denen Steve Jobs im vergangenen Jahr nicht gerade zimperlich umgesprungen ist.
Die dunkle Seite
Der Apple-Boss hatte im Sommer 2005 angekündigt, was wir dank bester Kontakte in höchste Sphären schon vor zwei Jahren irgendwie ahnten: Apple wird der PowerPC-Architektur den Rücken kehren und in Zukunft auf Chips von Intel setzen. Für Mac-Fans, die sich gerne auf der guten Seite der Macht wähnen, ein echter Schock: Jedi Jobs lässt sich mit dem dunklen Imperium ein.
Das hielt die Apple-Gemeinde gestern nicht davon ab, den Auftritt des Obergurus auf der Macworld Expo in San Francisco zu einer spirituellen Grenzerfahrung hochzujazzen. Zahlreiche Blogger und Online-Magazine berichten live aus dem Saal; Apple hatte diesmal auf eine Übertragung per Live-Stream verzichtet. Auch in Deutschland kleben die Mac-Fans an ihren Bildschirmen, und in den einschlägigen Foren drehen sie erwartungsgemäß durch. "Es geht los: Steve betritt die Bühne und trinkt einen Schluck Wasser." Oh mein Gott. In den ersten Reihen fallen sie kreischend in Ohnmacht.
Aus den Socken hauen
Nach einigem Palaver über den iTunes-Erfolg, fette Umsätze, das neue MacOS X, einige Software-Updates und ein lahmes Gadget (iPod-Fernbedienung) lässt der wie immer im schwarzen Rolli gewandete Jobs die Katze endlich aus dem Sack: Der neue iMac sieht aus wie der alte, doch in seinem Inneren schlägt der neue Intel Core Duo mit 1,83 oder 2 Gigahertz. Die Präsentationen liefen schon auf einem Intel-Mac. Spätestens jetzt waren die Sanis im Expo-Center in erhöhter Alarmbereitschaft. "Wir hegen die Erwartung, dass die Kunden den neuen iMac, der bis zu zweimal so schnell ist, wirklich lieben werden", sagt Steve Jobs. "Mit Mac OS X und dem neuesten Dual-Core-Prozessor von Intel unter der Haube liefert der neue iMac eine Performance, dass es unsere Kunden aus den Socken hauen wird."
So ein Steve-Jobs-Gig wäre nicht komplett ohne den Columbo-Trick. "One more thing..." sagt Steve, und zaubert dann den PowerBook-Killer aus dem Hut. Das neue MacBook Pro sieht aus wie der Vorgänger, nur hat es auch ein Herz von Intel. Der Name ist jetzt nicht so toll, sie wollten halt das "Mac" wieder drin haben, heißt es. Doch wenn der Intel-Switch hält, was er verspricht, bedeutet das: Endlich zeitgemäße Taktraten und ausreichend Stückzahlen. Endlich richtigen Speed in der Kiste. Dann wechselt auch der Autor dieser Zeilen, Apple-Nutzer seit 1984, zur dunklen Seite der Macht. Die Bösen haben sowieso mehr Spaß.

(Volker Briegleb)

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