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ZDF schickt Zuschauer auf Spurensuche ins Internet

Das ZDF wagt mit dem interaktiven Krimi "Wer rettet Dina Foxx" ein Experiment. Der Fall rund um die Datenschützerin Dina wird nicht im TV gelöst. Internetnutzer können nach der TV-Ausstrahlung selbst drei Wochen lang im Internet online auf Spurensuche gehen und einen Mord aufklären.

20.04.2011, 13:03 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Ihr Freund Vasco wird ermordet, sie selbst festgenommen und des Mordes beschuldigt. Für Dina Foxx, Titelfigur des innovativen ZDF-Krimis "Wer rettet Dina Foxx?", wird das Leben zum Albtraum. Sie selbst beruft sich auf Manipulationen durch digitale Doppelgänger. Doch ist sie wirklich unschuldig? Erstmals finden TV-Zuschauer die Lösung nicht innerhalb des rund 50 Minuten langen Krimis, den das Zweite Deutsche Fernsehen am Mittwoch um 23.20 Uhr sowohl im ZDF als auch zeitgleich über den YouTube-Kanal des Senders ausstrahlt. Vielmehr müssen die Zuschauer selbst aktiv werden und im Internet auf Online-Spurensuche gehen.

Drei Wochen Spurensuche im Web

Der Film dreht sich um die Datensicherheit im Web. Die Titelheldin Dina Foxx, gespielt von Jessica Richter, ist als selbsternannte Datenschutz-Superheldin "Datagrrl" im Netz unterwegs. Ihre Unschuld kann sie nur mit den Datenschützern von www.freidaten.org beweisen. Und hier kommen die Zuschauer ins Spiel. Denn der Fernsehkrimi bricht mittendrin ab und mutiert dann zum Internetkrimi.

Drei Wochen lang wird die Geschichte nach der TV-Ausstrahlung im Internet weiterentwickelt, können neue Spuren in Form einer multimedialen Schnitzeljagd entdeckt werden, die bei der Lösung des Falles helfen sollen. Die Webseite freidaten.org erscheint täuschend echt, ist aber vom ZDF eigens für das TV-Event erstellt worden. Lediglich im Impressum der Internetseite ist der Hinweis aus die Mainzer Fernsehmacher zu finden.

Datenschutz als wichtiges Thema - Netzgemeinde soll auf ZDF aufmerksam werden

"Es geht schon darum, zum Thema Datenschutz zu sensibilisieren. Wir haben uns aber hier natürlich bewusst für eine fiktionale Form entschieden", erläutert die für das Projekt verantwortliche ZDF-Redakteurin Milena Bonse. "Der Tagesspiegel" berichtet, dass das ZDF für das Projekt auf freidaten.org 55 Videos, 25 Audiobeiträge, 14 weitere Websites, 20 Social-Media-Profile, zahlreiche Fotos, Rätsel und Dokumente online anbietet. Zusätzlich finden sich in einem sogenannten "Datenschutzraum" auf freidaten.org Informationen zum gläsernen Menschen und was Alltagsgegenstände über eine Person verraten. Doch laut Bonse soll das TV-Experiment noch ein anderes Ziel verfolgen: "Wir wollen die Netzgemeinde mal wieder auf das ZDF aufmerksam machen".

(Jörg Schamberg)

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