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Zattoo: Fünf Millionen Nutzer schauen Internet-TV

Das Schweizer Startup steigt zum größten europäischen Anbieter von live Internet-TV auf. Über 50 TV-Sender lassen sich gratis per Software oder im browserbasierten TV-Player empfangen.

15.09.2009, 11:01 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Unterwegs auf dem Notebook fernsehen ist auch ohne spezielles DVB-T-Modul möglich: Das schweiz-amerikanische Startup Zattoo bietet seit Juli 2006 Live-Internet-TV auf Basis einer kostenlosen Software an. Seit Mai dieses Jahres können deutsche Zuschauer auch einen browserbasierten Livestream nutzen - mit offenbar stark wachsendem Interesse. Zattoo gab am Dienstag die Registrierung des fünfmillionsten Nutzers bekannt.
Größter Anbieter von Internet-TV in Europa
Rund 50 TV-Sender und etwa ebensoviele Radio-Sender bietet Zattoo derzeit als Gratis-Internet-TV an. Das sei das größte Angebot solcher Dienste in Europa. In Deutschland kommt Zattoo auf 1,8 Millionen registrierte Nutzer. Aktuell besuchen hier monatlich zwischen einer halben und einer Million Zuschauer die TV-Plattform. Im Durchschnitt schauen die Anwender rund vier Stunden Web-TV. Die Registrierung unter zattoo.com ist kostenlos. Der Zugriff auf das Internet-TV ist auch in Dänemark, Frankreich, Spanien, Großbritannien und im Heimatland Schweiz möglich.
Zusatzdienste wie Chat und Programmführer
"Anders als Wettbewerber wollten wir das TV nie neu erfinden oder dem Zuschauer die Zukunft aufzwängen. Wir haben auf starke Sender gesetzt, die ihre Attraktivität bereits bewiesen haben", so Nick Brambring, Vizepräsident Länder bei Zattoo, zum Erfolgsrezept des Internet-TV-Dienstes. Zukünftig sollen in Zattoo weitere Services von Drittanbietern wie eine Chat-Funktion integriert werden. Ein Programmführer bietet derzeit schon eine interaktive Stichwortsuche und hilft die gewünschte Sendung schneller zu finden.
Zattoo hatte in der Vergangenheit allerdings auch mit Problemen zu kämpfen. Juristische Streitigkeiten gab es mit den Hollywood-Studios Warner Bros. und Universal: Teile der Fernsehstreams mussten geschwärzt werden. Im Sommer verbannte Zattoo MTV, VIVA und Comedy Channel von seiner Internet-TV-Plattform. Auf die Integration von namhaften Privatsendern wie SAT.1 oder RTL warten deutsche Nutzer schon lange vergeblich.

(Jörg Schamberg)

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