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Zankapfel "Letzte Meile": Klage gegen Telekom?

Die Telekom steht in der Kritik. Angeblich lässt sie sich immer mehr Zeit mit der Anschluss-Umstellung auf Wettbewerber, wenn sie sie schon nicht verhindern kann.

26.11.2007, 14:32 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Unmut macht sich in der Telekommunikationsbranche breit. Zum Jahreswechsel denken viele Kunden an Providerwechsel, um schneller und günstiger ins neue Jahr zu starten. Aber zur Freude über den Geldsegen mischt sich bei Neukunde und Anbieter der Frust, wenn Aufträge in der Warteschleife feststecken. Der Grund: Die Deutsche Telekom muss dem Mitbewerber den Telefonanschluss des abtrünnigen Ex-Kunden bereitstellen. Denn neun Jahre nach dem Fall des Telefondienst-Monopols in Deutschland liegt die "Letzte Meile" immer noch in der Hand der deutschen Urmutter der Telekommunikation. Und sie lässt sich mit der Umstellung der Anschlüsse Zeit. Mit Absicht, so die Konkurrenz. Stimmt nicht, sagt die Telekom.
"Höchstdauer sieben Tage"
Vereinbarte Kontingente würden innerhalb von sieben Tagen bereitgestellt, versichert die Pressestelle der Telekom. Wenn aber Konkurrenten mehr Anschlüsse bestellten als im Voraus gebucht, sprenge das eben die Kapazitäten. Für diesen Überhang könnten schon mal vier Wochen ins Land gehen.
Den Mitbewerbern reicht das nicht. In der Chefetage von Arcor denkt man über Schadensersatz nach und "feilt an einem Schriftsatz", sagte gegenüber unserer Redaktion ein Sprecher des Unternehmens. Fest steht, dass die Telekom verpflichtet ist, der Konkurrenz die "letzte Meile" freizugeben. Details sind jedoch nicht fest geregelt. Die Bundesnetzagentur arbeitet seit langem an einem entsprechenden Rahmenvertrag bezüglich Bereitstellung von Anschlüssen. Und verkündet gegenüber der "Financial Times Deutschland" hoffnungsfroh, ihn bis Jahresende abzuliefern.
Imageschaden und Kündigung
So bleibt wohl weiterhin mancher Anbieter erstmal auf seinem Neukundenstapel sitzen – und ist vom guten Willen der Telekom abhängig, die die Aufträge nach Gutsherrenart verzögern kann, wenn sie will. Was zu beweisen wäre. Aber wenn es eine solche Rechnung beim Bonner Konzern gibt, so geht sie scheinbar auf. Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) beklagt: "Die Beeinträchtigung unserer Mitglieder reicht vom Imageschaden bis hin zu Kündigungen". Denn mancher Wechselwillige kehrt wohl zermürbt durch lange Wartezeiten in den Schoß der mächtigen Telekom zurück.

(Dorothee Monreal)

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