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Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse

Zalando wird noch 2014 den Börsengang wagen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das Handelsvolumen könnte bis zu 750 Millionen Euro betragen, allerdings sollen nur 10 bis 11 Prozent der Unternehmensanteile am Markt erhältlich sein.

03.09.2014, 10:48 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Mode-Händler Zalando will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Ein genauer Termin wurde zunächst nicht genannt. Zalando will 10 bis 11 Prozent am Unternehmen auf den Markt bringen. Es gab zunächst keine Hinweise darauf, wie teuer die Aktien werden sollen.

Handelsvolumen von bis zu 750 Millionen Euro

"Abhängig vom Börsenumfeld" solle die Aktienplatzierung im zweiten Halbjahr 2014 über die Bühne gehen, teilte die Zalando SE am Mittwoch in Berlin mit. Kurz davor hatte bereits das "Handelsblatt" von der geplanten Ankündigung berichtet.

Die Verhandlungen über die Höhe des Emissionsvolumens hätten bis in die Abendstunden am Dienstag angedauert, schrieb das "Handelsblatt" weiter. Finanzkreisen zufolge könne es bis zu 750 Millionen Euro betragen, berichtete die Zeitung. Nach bisherigen Informationen wollte Zalando beim Börsengang eine Gesamtbewertung von bis zu fünf Milliarden Euro anstreben. Damit würde das Volumen bei einer Platzierung eines Zehntels der Anteile deutlich darunter liegen.

Große Zalando-Aktionäre wollen an Bord bleiben

Die Haupteigentümer von Zalando sind nach aktuellen Angaben die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik mit rund 36 Prozent und die Internetinvestoren Oliver, Marc und Alexander Samwer mit 17 Prozent. Den Samwer-Brüdern gehört die Startup-Schmiede Rocket Internet, laut Medienberichten ebenfalls noch im Herbst einen Börsengang ankündigen will. Auch dort wird über einen angepeilten Marktwert von bis zu fünf Milliarden Euro spekuliert.

Die großen Zalando-Aktionäre wollen an Bord bleiben und bei dem Börsengang keine Aktien verkaufen. "Geplant ist die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung", hieß es. Im Juli besorgte sich Zalando zudem eine Kreditlinie über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren.

Zalando schreibt nach Anlaufverlusten inzwischen zumindest operativ schwarze Zahlen. Im zweiten Quartal gab es vor Zinsen, Steuern und Ausgaben für Mitarbeiteraktien einen Gewinn von 35 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte Zalando auf dieser Basis noch 31 Millionen Euro verloren. Auch ohne Abzug der anteilsbasierten Vergütung sei die Marge noch positiv gewesen, betont das Unternehmen. Ausführliche unbereinigte Zahlen gab es am Mittwoch zunächst nicht, sie werden aber in einem Börsenprospekt veröffentlicht. "Der Gang an die Börse ist der nächste logische Schritt in der Entwicklung von Zalando", erklärte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter in der Mitteilung.

Zalando konnte schnell Marktanteile gewinnen

In Deutschland, Österreich und der Schweiz macht Zalando mit 60 Prozent den Großteil des Geschäfts. In der deutschsprachigen Region ist das Unternehmen auch deutlich profitabler mit einer bereinigten operativen Marge von 4,6 Prozent. Zalando hatte mit kostenlosen Retouren und einer einprägsamen Werbekampagne ("Schrei vor Glück!") schnell Marktanteile gewonnen. Zuletzt gab es 13,7 Millionen Kunden.

Trotz der hohen Rücksendequote von 50 Prozent auf Umsatzbasis will Zalando an den grundsätzlich kostenlosen Retouren festhalten. Die Rücksendequote zu senken, sei kein Selbstzweck sein, betont Ritter. "Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen."

(Jörg Schamberg)

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