Schätzung für 2020

Zahl der Breitbandanschlüsse in Deutschland steigt auf 36,2 Millionen

Im Vergleich zum Vorjahr klettert die Zahl der vermarkteten Breitbandanschlüsse in Deutschland 2020 um rund eine Million. Und fast die Hälfte der Kunden bucht Anschlüsse mit mehr als 50 Mbit/s. Das geht aus der TK-Marktstudie des VATM hervor.

Jörg Schamberg, 06.10.2020, 13:51 Uhr
GeschwindigkeitDer Trend geht verstärkt hin zur Buchung von schnellen Breitbandanschlüssen.© FotoMak / Fotolia.com

Wie entwickelte sich der Festnetzmarkt in Deutschland im von der Corona-Krise geprägten Jahr 2020? Aktuelle Zahlen dazu liefert die Studie "TK Marktanalyse Deutschland 2020" des Branchenverbandes VATM und von Dialog Consult. Die Zahl der vermarkteten Breitbandschlüsse soll bis Ende 2020 auf bundesweit 36,2 Millionen steigen. Das ist eine Zunahme um eine Million gegenüber dem Vorjahr.

70,8 Prozent der Breitbandanschlüsse per DSL/VDSL

Zulegen konnten laut der Studie sowohl Breitbandanschlüsse per DSL, Kabel (HFC) als auch FTTH/B. Der Löwenanteil entfällt 2020 weiterhin auf den Netzzugang per DSL bzw. VDSL. Auf diese Netzarten basieren 25,6 Millionen der Breitbandanschlüsse, das entspricht 70,8 Prozent. Gegenüber 2019 legt die Zahl der DSL/VDSL-Anschlüsse um rund 300.000 zu. Ebenfalls 300.000 mehr Kabelanschlüsse werden laut Schätzung der TK-Studie bis Ende 2020 vermarktet. Die Zahl der gebuchten Kabelanschlüsse soll dann bei 8,7 Millionen liegen. Auftrieb gibt es aber auch für die echten Glasfaseranschlüsse per FTTH/B. Ende 2020 sollen in Deutschland 1,9 Millionen solcher Glasfaseranschlüsse vermarktet sein, das sind 5,2 Prozent aller gebuchten Breitbandanschlüsse. Im Vergleich zum Vorjahr sind es rund 400.000 mehr.

Telekom dominiert den DSL-Markt nach wie vor

Blickt man genauer auf die DSL-Anschlüsse, so zeigt sich die dort nach wie vor sehr starke Stellung der Deutschen Telekom. Von den 25,6 Millionen DSL-/VDSL-Anschlüssen entfallen 14,1 Millionen (55,1 Prozent) auf direkt von der Telekom vermarktete Anschlüsse. Hinzu kommen 7,7 Millionen (30,1 Prozent) Telekom Resale-Anschlüsse, die der Bonner Konzern Wettbewerbern zur Vermarktung anbietet. Weiter geschrumpft ist die Zahl der DSL-/VDSL-Anschlüsse von alternativen Netzbetreibern. Für 2020 wird die Zahl dieser Anschlüsse, die seit Jahren rückläufig ist, auf noch 3,8 Millionen (14,8 Prozent) geschätzt.

Breitbandkundenzahlen von Telekom, Vodafone & Co.

Zum Stand Ende Juni 2020 lag die Zahl der Breitbandkunden in Deutschland bei 35,7 Millionen. Die Telekom bleibt mit Abstand der größte Breitbandanbieter hierzulande. Die Kundenzahlen im Überblick:

  • Telekom: 13,9 Millionen (38,9 Prozent)
  • Vodafone: 10,8 Millionen (30,3 Prozent)
  • 1&1: 4,4 Millionen (12,3 Prozent)
  • O2: 2,2 Millionen (6,2 Prozent)
  • EWE-Gruppe: 0,7 Millionen (2,0 Prozent)
  • Tele Columbus: 0,6 Millionen (1,7 Prozent)
  • M-net: 0,5 Millionen (1,4 Prozent)
  • NetCologne: 0,4 Millionen (1,1 Prozent)
  • Deutsche Glasfaser: 0,3 Millionen (0,8 Prozent)
  • Weitere Wettbewerber: 1,9 Millionen (5,3 Prozent)

Kunden buchen verstärkt Anschlüsse mit höheren Bandbreiten

Im Hinblick auf die von den Kunden gebuchten Download-Bandbreiten liefert die VATM-Studie ebenfalls aktuelle, geschätzte Zahlen zu den 36,2 Millionen vermarkteten Breitbandanschlüssen. Im Vergleich zum Vorjahr soll sich die Zahl der gebuchten Breitbandanschlüsse mit Download-Bandbreiten von mehr als 250 Mbit/s bis Ende 2020 mehr als verdoppeln. 46,7 Prozent der Breitbandkunden nutzen einen Festnetzanschluss mit mehr als 50 Mbit/s.

  • mehr als 250 Mbit/s: 2,9 Millionen (8,0 Prozent)
  • mehr als 50 Mbit/s bis 250 Mbit/s: 14,0 Millionen (38,7 Prozent)
  • mehr als 16 Mbit/s bis 50 Mbit/s: 11,5 Millionen (31,7 Prozent)
  • mehr als 6 Mbit/s bis 16 Mbit/s: 5,5 Millionen (15,2 Prozent)
  • 6 Mbit/s und weniger: 2,3 Millionen (6,4 Prozent)

Im Festnetz wird im Schnitt 168,1 GB Datenvolumen pro Monat verbraucht

Der Trend zur Buchung von Anschlüssen mit höheren Bandbreiten zeigt sich auch beim Blick auf das verbrauchte Datenvolumen. Der Breitband-Internetverkehr im Festnetz soll bis Ende 2020 auf 72 Milliarden Gigabyte zulegen, eine Steigerung um 28,6 Prozent im Vergleich zu 2019. Das durchschnittlich verbrauchte Datenvolumen pro Anschluss und Monat soll um 25 Prozent auf 168,1 GB steigen. Zum Vergleich: Der monatliche Datenverbrauch pro Mobilfunk-SIM-Karte liegt in diesem Jahr lediglich bei 3 GB.

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