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YouTube-Videos erobern US-Wahlkampf

Die Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten haben sich erstmals Fragen über das beliebte Video-Portal Youtube stellen lassen. Acht Kandidaten gaben Antworten.

24.07.2007, 08:15 Uhr
Video© Thomas Pajot / Fotolia.com

Die Präsidentschaftsbewerber der US-Demokraten haben sich am Montag (Ortszeit) erstmals Fragen über das beliebte Video-Portal Youtube stellen lassen. Acht Kandidaten, allen voran die aussichtsreichsten Bewerber Hillary Clinton und Barack Obama, versammeltem sich dazu in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. Auf einem großen Bildschirm wurden ihnen ausgewählte Videos der YouTube-Nutzer gezeigt, übertragen wurde das Novum vom US-Nachrichtensender CNN. Rund 3000 Videos waren eingesandt worden, für die zweistündige Sendung wurden Fragen zu Themen wie US-Einsatz im Irak, Klimawandel, Homo-Ehen, Gesundheitsversorgung, Steuern und Bildung ausgewählt.
Viele Fragen
Vor allem in der Außenpolitik lieferten sich Clinton und Obama einen Schlagabtausch. Der Senator aus Illinois verwies darauf, dass er von Anfang an gegen den Einmarsch im Irak gewesen sei, während Clinton 2002 für den Krieg gestimmt hatte. Auf eine Frage, ob er bereit sei, im ersten Jahr seiner Präsidentschaft die politischen Führer von "feindlichen" Staaten wie Iran, Syrien, Venezuela, Kuba oder Nordkorea zu treffen, sagte Obama "Ja". Clinton, die Senatorin von New York, verwies dagegen darauf, sie wolle nicht "für Propagandazwecke missbraucht" werden. Stattdessen würde sie hochrangige Vertreter in die angesprochenen Länder schicken.
In einem Video aus einem Flüchtlingslager der sudanesischen Krisenregion Darfur wurden die Kandidaten gefragt, wann die "leeren Versprechungen" endlich ein Ende hätten. Während Senator Joseph Biden sich leidenschaftlich für einen dortigen Einsatz der US-Armee aussprach, plädierte Clinton dagegen.
Neben Clinton, Obama und Biden stellten sich der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, Senator Chris Dodd, die ehemaligen Senatoren John Edwards und Mike Gravel sowie Dennis Kucinich, Mitglied des Repräsentantenhauses, den Fragen der YouTube-Nutzer. Die größten Chancen auf eine Kandidatur für die US-Präsidentschaftswahl 2008 bei den Demokraten hat aktuellen Umfragen zufolge Hillary Clinton.
Zweite Runde folgt
Die Präsidentschaftsbewerber der Republikaner wollen sich ebenfalls den Fragen der YouTube-Gemeinde stellen. Ihre Veranstaltung ist für den 17. September im US-Bundesstaat Florida vorgesehen.

(Hayo Lücke)

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