Urheberrecht

Youtube und Gema einigen sich – Ende der Sperrtafeln

Youtube und die Gema haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf einen Lizenzvertrag geeinigt. Die Urheber der auf Youtube verwendeten Werke werden künftig dafür bezahlt. Der Youtube-Nutzer profitiert auch von der Vereinbarung.

Melanie Zecher, 01.11.2016, 10:29 Uhr
Video© Thomas Pajot / Fotolia.com

München – Die meisten deutschen Youtube-Nutzer werden die roten Sperrtafeln kennen, die verkünden, dass ein Video in Deutschland nicht verfügbar ist, weil die Gema die nötigen Rechte nicht einräumt. Damit ist es jetzt vorbei.

Einigung nach jahrelangen Verhandlungen

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen und Verhandlungen haben sich die Verwertungsgesellschaft Gema und das Videoportal auf einen Lizenzvertrag geeinigt. Dieser wurde am 1. November 2016 unterzeichnet und soll auch rückwirkend bis 2009 gelten. Dadurch werden nun die 70.000 Musikurheber und Verleger, die Mitglieder der Gema sind, auch für die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken bei Youtube vergütet. Youtube zahlt seinerseits eine Abgabe an die Gema; wie hoch dieser Betrag ist, ist nicht bekannt.

Keine Sperrtafeln mehr bei Youtube

Youtube schaltet die sogenannten Sperrtafeln seit Dienstag nicht mehr vor Musikvideos, die urheberrechtlich geschütztes Repertoire der Gema enthalten. Die Vereinbarung deckt neben dem herkömmlichen werbefinanzierten Dienst auch das neue Bezahlangebot "Youtube Red" ab, das Youtube bereits in den USA anbietet und das auch in Europa starten soll. Ausnahmen wird es aber weiter geben, wenn ein Künstler nicht von der Gema vertreten wird.

Noch sind nicht alle Fragen geklärt

Weiterhin bestehen laut Gema unterschiedliche Rechtsauffassungen zwischen Youtube und der Gema darüber, ob YouTube oder die Uploader für die Lizenzierung der genutzten Musikwerke verantwortlich sind. Mit dem Vertrag sei jedoch eine sichere Grundlage für die Mitglieder der Gema und die YouTube-Nutzer geschaffen worden. Nun sei die Politik gefragt.

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