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YouTube sperrt kaum Videos

"Wenn ich mich bei YouTube umschaue, kann ich bisher nicht entdecken, dass bislang in größerem Umfang Videos gesperrt worden sind", sagte der Vorstandsvorsitzende der Gema, Harald Heker, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

04.04.2009, 16:30 Uhr (Quelle: DPA)
Video© Thomas Pajot / Fotolia.com

Der Musikrechte-Verwerter Gema hat YouTube vorgeworfen, bislang kaum Musikvideos gesperrt zu haben, für die der Internet-Videodienst keine Vorführrechte mehr habe. "Wenn ich mich bei YouTube umschaue, kann ich bisher nicht entdecken, dass bislang in größerem Umfang Videos gesperrt worden sind", sagte der Vorstandsvorsitzende der Gema, Harald Heker, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut einem am Samstag vorab veröffentlichten Bericht.
Streit geht weiter
Die zum Internetgiganten Google gehörende Videoplattform YouTube und die Gema streiten sich derzeit um die Vergütung für den Abruf von Musikvideos. Ende März war eine im Herbst 2007 geschlossene Pauschalvereinbarung ausgelaufen, über deren Details beide Seiten Stillschweigen vereinbart haben. Da nicht rechtzeitig eine Anschlussvereinbarung gefunden werden konnte, kündigte YouTube am vergangenen Dienstag an, die entsprechenden Musikvideos zu sperren und gleichzeitig die Zahlungen an die Gema einzustellen.
Der Gema-Chef warf YouTube vor, nur Druck auf die Urheber ausüben zu wollen. "Das hat nichts mehr mit fairen Verhandlungen zu tun." Heker bestritt, zwölf Cent pro Musikvideoabruf gefordert zu haben. "Die Ausgangsbasis war ein Cent. YouTube spricht von zwölf Cent nur im Rahmen seiner Kampagne gegen uns", meinte der Gema-Chef.
Ein Google-Sprecher hatte am Mittwoch auch die Forderung von einem Cent als "völlig unrealistisch" bezeichnet, da YouTube in diesem Fall bei jedem Videoabruf ein Minus mache. Die Gema-Forderung liege fünf Mal höher als das Angebot des britischen Rechteverwerters "PRS for Music", mit dem YouTube derzeit einen ähnlich gelagerten Konflikt austrägt.

(Hayo Lücke)

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