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YouTube für Windows Phone: Microsoft entfernt Downloader

Microsoft hat mit einem Update auf Forderungen Googles reagiert, die in der vergangenen Woche in Eigenregie veröffentlichte YouTube-App zurückzuziehen. Komplett zurückziehen wollen die Redmonder die Anwendung hingegen nicht.

25.05.2013, 17:16 Uhr
Microsoft© Microsoft

Vergangene Woche stellte Google Microsoft ein Ultimatum, die Anfang Mai in Eigenregie veröffentlichte YouTube-App für Windows Phone 8 bis spätestens zum 22. Mai wieder aus dem Windows Store zu entfernen. Microsoft reagierte pünktlich zum Ablauf der Frist und nahm an der App zwar Änderungen vor, komplett aus dem Verkehr ziehen wollen die Redmonder diese aber offenbar nicht.

Werbung bleibt verschwunden

Mit der am Mittwoch im Windows Phone Store veröffentlichten Version 3.0.0.2 adressiert der Redmonder Software-Konzern daher zwar einige der von Google angeführten Kritikpunkte, macht aber gleichzeitig deutlich, dass man unbedingt gewillt ist, an der jetzigen Anwendung festzuhalten. Die veränderte Ausführung wird bei bestehenden Installationen ab sofort als Update ausgeliefert - wer dieses ablehnt, kann aber auch künftig noch alle bisherigen Funktionen nutzen.

Bei Neuinstallationen nicht mehr vorhanden sind sowohl die integrierte Download-Funktion als auch die mobilen Zugriffsmöglichkeiten auf bestimmte Videos - beim Hauptkritikpunkt Googles, den fehlenden Werbeeinblendungen, ändert sich hingegen nichts. Allerdings bleibt Microsoft hier auch gar keine Wahl, denn Google weigert sich bislang beharrlich, die dafür notwendigen Entwicklerschnittstellen (APIs) bereitzustellen.

Ein klassisches Patt - mit Vorteilen für Microsoft

Beide Unternehmen haben sich damit in eine klassische Patt-Situation manövriert, die vor allem Google in ein moralisches Dilemma stürzen könnte: Verweigert man dem Konkurrenten weiterhin den Zugang zu den gewünschten APIs, wirken die von Google-Chef Larry Page zuletzt auf der Google I/O vor allem gegenüber Microsoft erhobenen Forderungen nach größtmöglicher Offenheit bei Standards wie kalkulierte Phrasendrescherei. Da hilft es auch wenig, dass der Windows-Konzern beim Abbau digitaler Grenzen tatsächlich nicht gerade als leuchtendes Beispiel gilt.

Genau diesen Umstand weiß Microsoft zu nutzen und gibt sich nun betont versöhnlich – nicht zuletzt, um Google öffentlich weiter unter Druck zu setzen. Gegenüber dem US-Online-Magazin "ZDNet" sagte ein Firmensprecher, man glaube weiterhin an eine Zusammenarbeit beider Unternehmen zur Schaffung einer App, die Nutzer, Partner und Inhaltslieferanten gleichermaßen zufriedenstellt.

Ob sich dies so umsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Google hatte bislang stets erklärt, keine dedizierte YouTube-App für Windows Phone herausgeben zu wollen, da die Plattform einen zu geringen Marktanteil aufweise. Nutzer des Betriebssystems waren daher bis zur Veröffentlichung der neuen Microsoft-Anwendung gezwungen, auf die mobile Youtube-Seite zurückzugreifen.

(Christian Wolf)

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