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Yahoo: Per Wunschliste zum Lieblings-Nickname

Aus alt mach neu: Wie im Juni angekündigt, eröffnet Yahoo jetzt das Wunschkonzert für den Traum-Nicknamen für die Email-Adressen. Angestaubte Mail-Adressen werden kurzerhand wiederverwertet. Doch das birgt auch Gefahren.

20.07.2013, 08:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Wer sich vor Spam schützen will, hat mehrere E-Mail-Adressen. Wer ein Pseudonym nutzt, ebenfalls. Bereits im Jahre 2010 besaß jeder Internetnutzer nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom statistisch gesehen drei E-Mail-Adressen - ob sie nun genutzt wurden oder nicht.

Alt-Adressen frei zum Kapern

Kein Wunder, dass Adressen wie wunschname@yahoo.de knapp werden: Ein anderer "sitzt" darauf und hat möglicher Weise längst vergessen, dass er die Adresse einmal für einen onlineshopping-Bummel an Bord geholt hat. Wer zu spät kommt, schaut in die Röhre - und muss sich mit "wunschname365" oder ähnlichen Wortmonstern begnügen, während das handliche "wunschname" vermodert und Spinnweben ansetzt.

Webpionier yahoo.com will hier nicht mehr tatenlos zusehen. Ab sofort können Nutzer laut Tumblr-Blog ihren Wunschnamen "kapern", wenn dieser vom Erstnutzer ein Jahr lang nicht verwendet und trotz Aufforderung nicht reanimiert wurde.

Mitte Juni gab Yahoo bekannt, dass nicht benutzte Mail-Adressen wieder freigegeben werden. Wer sein Konto behalten wollte, erhielt dadurch die Chance, sich einzuloggen und dadurch sein Interesse an der Mailadresse zu bekunden. Diese Frist ist nun abgelaufen, und Inhaber von Yahoo.de-Konten können bis 7. August 2013 mit Hilfe einer Wunschliste die Hand auf diese Adressen legen. Bis zu fünf Nicknamen können sie sich reservieren lassen - und das jederzeit neu. Offenbar wird dann die erste Wish-List überschrieben.

Angeblich arbeitet Yahoo die Prioritätenliste Schritt für Schritt ab, bis einer der Begriffe tatsächlich wieder verfügbar ist. Dann erhält der Nutzer eine E-Mail mit der Option, den Namen binnen 48 Stunden per Mausklick zu erobern.

Der Haken: Der Namenswechsel kann zu Missverständnissen und Identifizierungs-Problemen im Online-Handel oder bei Facebook und Co. führen. Das ist auch Yahoo bewusst: Auf einer Entwicklerseite beschreibt der Konzern, wie das Problem umschifft werden soll. Kern der Strategie ist eine neue Validierungs-Option im E-Mail-Header, die sich "Require Recipient-Valid-Since" nennt und mit deren Hilfe der Wechsel im Besitzstand abgefragt werden kann. Ob dies wiederum Tür und Tor für neue Hacker-Attacken öffnen wird, bleibt abzuwarten.

(Dorothee Monreal)

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