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"WSJ": US-Provider installieren Warnsystem gegen illegale Downloads

In den USA gehen fünf große US-Medien- und Telekommunikationskonzerne nun gemeinsam gegen illegales Herunterladen von Filmen und Musik vor. Am Ende eines neuen sechsstufigen Warnsystems droht die Drosselung der Bandbreite oder sogar die Sperrung des Internetzugangs.

26.02.2013, 17:31 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Das illegale Herunterladen von Filmen, TV-Serien und Musik wird von Internetnutzern häufig als Kavaliersdelikt angesehen. Mit nur wenigen Mausklicks landet der aktuelle Blockbuster oder ein Song aus den Charts auf dem eigenen Rechner. In den USA gehen die großen Internetanbieter nun verstärkt und gemeinsam gegen Kunden vor, die wiederholt gegen das Urheberrecht verstoßen. Laut "Wall Street Journal" (WSJ) sieht ein neues Verwarnsystem sechs Strafstufen vor, als Höchststrafe kann eine Sperrung des Internetzugangs drohen.

Gemeinsames Vorgehen gegen illegale Downloads

Auf die Einführung eines gemeinsamen Strafsystems, das nun unter dem Namen "Copyright Alert System" firmiert, hatten sich AT&T, Cablevision Systems, Time Warner Cable, Verizon Communication und Comcast laut "WSJ" bereits 2011 verständigt, bis zur jetzigen Umsetzung dauerte es aber noch gut ein Jahr. Die neue Lösung stellt eine erhebliche Verschärfung des "Digital Millennium Copyright Act" dar. Bislang erhielten die Kunden bei Beschwerden von Medienunternehmen lediglich eine Information ihres Internetanbieters.

Das neue System sieht dagegen sechs Warnstufen vor: Den noch harmlosen Auftakt macht eine Information an den Kunden per Brief oder E-Mail, in dem dieser auf eine eingegangene Beschwerde hingewiesen wird. Bei den weiteren Stufen, die bei wiederholten Verstößen drohen, kann es je nach Provider zu einer Drosselung der Internetbandbreite oder zu einer kompletten Sperrung des Internetzugangs kommen.

Strafen fallen je nach Provider unterschiedlich aus

Time Warner Cable sperrt beispielsweise nach vier Mitteilungen den Internetbrowser des Kunden – eine Entsperrung erfolgt erst nach einem reumütigen Telefonanruf des Kunden, in dem dieser versprechen muss, in Zukunft keine Inhalte mehr illegal aus dem Netz zu laden. Ist der Kunde nicht einsichtig, kann der Anbieter bei der sechsten Verwarnung komplett den Anschluss sperren. Verizon will dagegen lediglich die Internetverbindung drosseln. Und Comcast setzt auf Pädagogik und zeigt bei wiederholten illegalen Downloads ein Lehrvideo. Kunden soll jedoch jederzeit ein Einspruchsrecht gegen eine Verwarnung eingeräumt werden.

"Unser Ziel ist es, das Verhalten der Nutzer zu ändern und ihre Aufmerksamkeit zu erlangen", betont Jill Lesser, Chefin des bei der Kooperation der Provider federführenden Center for Copyright Information. Vor allem Gelegenheitstäter sollen abgeschreckt werden. Unterstützt werden die Internetanbieter von den Lobbyverbänden der Musik- und Filmindustrie.

(Jörg Schamberg)

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