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"WSJ": Telekom steigt bei WLAN-Betreiber FON ein - Kunden sollen sich Internet teilen

Telekom-Kunden sollen sich laut "Wall Street Journal" künftig Internetzugänge per WLAN teilen, statt mit Smartphones und Tablets auf die überlasteten Mobilfunknetze zuzugreifen. Zu diesem Zweck beteiligt sich die Telekom angeblich am weltweit größten WLAN-Netzbetreiber FON.

26.01.2013, 17:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der explodierende mobile Datenverkehr macht den Mobilfunknetzbetreibern zunehmend mehr zu schaffen. Laut Schätzungen des Netzwerkausrüsters Ericsson steigt der monatliche Datenverbrauch von Smartphone-Nutzern bis 2018 von heute 450 Megabyte auf dann 2 Gigabyte (GB). Mit Tablets sollen in fünf Jahren statt bislang 3 GB bis zu 10 GB Datentransfer anfallen. Die Deutsche Telekom kündigte zwar bereits massive Investitionen in den Ausbau ihres Breitband- und Mobilfunknetzes in Deutschland an, setzt laut "Wall Street Journal" aber offenbar zusätzlich auf eine alternative Lösung. Angeblich will die Telekom sich am spanischen WLAN-Betreiber FON beteiligen. Eine Absichtserklärung über den Einstieg bei FON sei bereits unterzeichnet worden. Eine Bestätigung der Telekom gibt es nicht zu dem Bericht. Unklar bleibt demnach die Höhe des Anteils und der Preis einer möglichen Beteiligung an FON.

Internetzugriff per WLAN statt per Mobilfunknetz

Der Bonner Konzern wolle mit dem Einstieg in den 2006 gegründeten Betreiber von flächendeckenden WLAN-Netzen erreichen, dass sich Kunden Festnetz-Internetzugänge per WLAN teilen, anstatt auf die Mobilfunknetze zuzugreifen. Damit könnten die Mobilfunknetze spürbar entlastet werden. FON ist der weltweit größte Betreiber von Drahtlos-Netzwerken, insgesamt können FON-Nutzer auf weltweit sieben Millionen Hotspots zugreifen.

Privatpersonen, die ihren Breitband-Anschluss mit anderen teilen möchten, ermöglichen FON-Kunden einen Zugriff auf ihren WLAN-Router. Im Gegenzug können sie selbst die FON-Hotspots weltweit kostenlos nutzen. Während FON sich in Deutschland bislang nicht flächendeckend durchsetzen konnte, finden sich in Großbritannien und Belgien dichte WLAN-Netzwerke. In der vergangenen Woche gab FON zudem eine Kooperation mit dem niederländischen Telekommunikationsanbieter KPN bekannt, die es KPN-Kunden ermöglicht, FON einen Teil ihrer Bandbreite zur Verfügung zu stellen. Aus Sicherheitsgründen greifen die Gast-Nutzer dabei auf ein eigenes WLAN-Signal zu.

(Jörg Schamberg)

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