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World of Warcraft: Landgericht Berlin erklärt neun AGB-Klauseln für ungültig

Das Landgericht Berlin hat neun Klauseln in den Nutzungsbedingungen des Online-Spiels "World of Warcraft" für ungültig erklärt. Die Richter gaben damit einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) statt.

19.02.2014, 16:18 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das Landgericht Berlin hat neun Klauseln in den Nutzungsbedingungen des Online-Spiels "World of Warcraft" für ungültig erklärt. Die Richter gaben damit einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) statt. Das Urteil (Aktenzeichen: 15 O 300/12) ist noch nicht rechtskräftig, Spielbetreiber Blizzard Entertainment hat die beanstandeten Formulierungen aber bereits geändert.

Kündigung nach Abbuchungsproblem

Ein Dorn im Auge war den Verbraucherschützern unter anderem ein Passus, demzufolge schom eine fehlgeschlagene Abbuchung von der Kreditkarte des Kunden ausreichen sollte, um den Zugang zum Spiel fristlos und ohne Mahnung zu sperren sowie den Account zu löschen. Gleiches galt für Probleme mit Lastschriften, unabhängig von ihrer Ursache. So räumte sich Blizzard laut vzbv etwa das Recht ein, Nutzer auch bei Fremdverschulden oder eigenen Buchhaltungsfehlern zu sanktionieren.

Als ebenfalls nicht haltbar bezeichneten die Richter die Einschränkung der Kündigungsrechte von Kunden bei Totalausfällen des Spiels. So musste der Dienst durch das alleinige Verschulden Blizzards für mehr als 72 Stunden unerreichbar sein, bevor Nutzern die Kündigung zugestanden wurde. Bei angekündigten Unterbrechungen galt allerdings nicht einmal diese Regelung.

Gekippt wurde darüber hinaus eine Klausel, in der sich Blizzard die Möglichkeit vorbehielt, sowohl AGB als auch Leistungen und Preise jederzeit nahezu beliebig zu ändern. Demnach war beispielsweise die Einführung neuer Gebühren immer dann zulässig, wenn der Betreiber dies für die Verbesserung des Spielerlebnisses oder zum Schutz gegen Betrüger als erforderlich oder "nützlich" erachtete.

(Christian Wolf)

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