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"World IPv6 Launch": IPv6-"Startschuss" am 6. Juni

Mit dem "World IPv6 Launch" am 6. Juni werben zahlreiche Internetkonzerne, Geräte-Hersteller und Provider symbolisch für die beschleunigte Einführung des neuen Webprotokolls. Parallel sollen erste Dienste auf den IPv6-Standard umgestellt werden.

18.01.2012, 16:01 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Über IPv6 und das absehbare Ende der bisherigen IPv4-Adressen wird zwar seit Jahren berichtet, tatsächlich spielt der kommende Webstandard im Netzalltag aber noch keine große Rolle. Am 6. Juni, dem von der Organisation "Internet Society" (ISOC) ausgerufenen "World IPv6 Launch", soll nun allerdings symbolisch der "offizielle" Startschuss fallen. In einer Gemeinschaftsaktion wollen dabei zahlreiche US-Internetkonzerne, Netzbetreiber und Hardware-Hersteller die Neufassung des für die Kommunikation zwischen Rechnernetzen benötigten Protokolls bei ihren Diensten und Geräten im Parallelbetrieb zu IPv4 aktivieren, um seine Einführung beziehungsweise die Umstellung darauf zu beschleunigen.

Sukzessive Einführung im Parallelbetrieb

Während sich die Provider AT&T, Comcast, Free Telecom, Internode, KDDI, Time Warner Cable und XS4 ALL ab dem Stichtag daher verpflichten, den Datenverkehr für mindestens 1 Prozent ihrer Kunden über IPv6 zu realisieren, erklärten die Netzwerkspezialisten Cisco und D-Link, den IPv4-Nachfolger bei allen Heim-Routern ab Juni als Standardeinstellung festzulegen.

Google, Facebook, Microsoft Bing und Yahoo kündigten darüber hinaus an, den Zugriff auf ihre Startseiten facebook.com, google.com, bing.com und yahoo.com dauerhaft mit IPv6 zu ermöglichen. Im hauseigenen Blog erklärte Google zudem, dass auch sämtliche Dienste über den Standard erreichbar sein werden, so beispielsweise die Suche, Gmail oder das Video-Portal YouTube.

Das "Internet der Dinge" soll kommen

Der anfängliche Parallelbetrieb mit IPv4 ist dabei erst der Anfang, denn IPv6 soll das bisherige Protokoll in den kommenden Jahren vollständig ablösen. Grund für die Umstellung ist dessen nahezu unendlicher Adressraum: Statt "lediglich" 4,3 Milliarden möglichen IP-Adressen stehen dann 340 Sextillionen zur Verfügung. Dies gilt unter anderem als eine essentielle Voraussetzung für das sogenannte "Internet der Dinge", einen Verbund technischer Geräte, die jeweils mit einer eigenen festen IP-Adresse ausgestattet sind und online angesprochen werden können – etwa für das Einspielen von Updates. Aber auch menschliche Internetnutzer sind auf eine Erweiterung des bisher genutzten "Internet Protocols" angewiesen. Insbesondere im südostasiatischen Raum sind nicht vergebene IPv4-Adressen bereits Mangelware.

Ansonsten dürften die meisten Nutzer von den Änderungen kaum etwas bemerken. Aktuelle Betriebssysteme wie Windows Vista, 7 oder Mac OS X 10.7 unterstützen das Protokoll von Haus aus, ältere Versionen lassen sich meist nachrüsten. Wer sich jedoch unsicher ist, ob das eigene System bereits die nötigen Bedingungen erfüllt, kann dies online auf speziellen Testseiten in wenigen Sekunden ermitteln lassen – etwa unter test-ipv6.com, omgipv6day.com oder auch ipv6test.google.com. Weitere Informationen zum "World IPv6 Launch" sind über die zentrale Plattform www.worldipv6launch.org abrufbar.

(Christian Wolf)

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