News

WLAN-Offensive der Telekom - Router erhalten Fon-Zugang

Kunden der Telekom sollen ab Mitte 2013 die Möglichkeit erhalten, nicht genutzte Breitband-Kapazitäten mit anderen Nutzern von Fon zu teilen. Im Gegenzug stehen die Fon-Spots weltweit kostenlos zur Verfügung.

04.03.2013, 11:57 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Nachdem sich die Deutsche Telekom Anfang des Jahres am spanischen WLAN-Betreiber Fon beteiligte, tauchten schnell Fragen auf, welches konkrete Ziel hinter dieser Kooperation stehen könnte. Auf der CeBIT in Hannover wurde am Montag die passende Antwort gegeben. Mit einer breit angelegten WLAN-Offensive will die Telekom nicht nur viele Kunden für das Teilen ihres DSL-Anschlusses begeistern, sondern auch das eigene Mobilfunknetz durch das Ableiten von Datenverkehr ins Festnetz entlasten.

Zugang teilen und weltweit kostenlos surfen

Das Prinzip der Fon-Kooperation, die bei der Telekom den Produktnamen WLAN to Go tragen wird, ist relativ simpel: Telekom-Kunden stellen ungenutzte Breitband-Kapazitäten ihres DSL- bzw. VDSL-Anschlusses für andere Fon-Nutzer zur Verfügung und erhalten im Gegenzug die Möglichkeit, an anderen Fon-Hotspots zum Nulltarif online zu gehen. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Nach Angaben von Fon stehen rund um den Erdball aktuell acht Millionen so genannte Fon-Spots zur Verfügung.

Ab Juni 2013 wird die Telekom speziell ausgestattete WLAN-Router im Angebot haben, die parallel auf zwei WLAN-Kanälen funken. Der eine Kanal wird für die privaten Internetverbindungen genutzt, der zweite für die öffentlichen Verbindungen der Fon-Nutzer. Bestehende Router werden nach Angaben der Telekom aus qualitativen und sicherheitstechnischen Gründen nicht mit dem neuen Fon-Service ausgestattet.

Zwei WLAN-Signale - völlig unabhängig voneinander

Telekom Festnetz-Chef Niek Jan van Damme betonte zur Vorstellung auf dem CeBIT-Messegelände in Hannover, dass beide WLAN-Signale völlig unabhängig voneinander laufen und eine strenge Trennung zwischen privaten und öffentlichen Daten erfolge. Zudem könne jeder Fon-Hotspot nur durch authentifizierte Nutzer in Anspruch genommen werden, um eine etwaige Rückverfolgung bei Urheberrechtsverstößen in die Wege leiten zu können.

Aktuell sind in Deutschland 5.000 bis 6.000 Fon-Hotspots nutzbar. Ein Wert, der in den kommenden Jahren deutlich zulegen soll. Zusammen mit der Telekom soll die Zahl bis 2016 auf 2,5 Millionen steigen.

Telekom will WLAN-Zugänge weiter ausbauen

"Wir sind überzeugt, dass wir viele Kunden erreichen werden, die unseren Zusatz-Dienst 'WLAN to Go' kostenfrei buchen werden, um ihren Router zu öffnen", sagt van Damme. "Mit 'WLAN to Go' werden unsere Kunden die Möglichkeit haben, das größte WLAN-Netz der Welt zu nutzen."

Telekom-Kunden, die WLAN to Go buchen, können neben den weltweit verfügbaren Fon Hotspots auch die 12.200 WLAN-Hotspots der Telekom nutzen, die deutschlandweit zur Verfügung stehen. Wer eine Telekom-Hotspot-Flatrate nutzt, darf innerhalb von Deutschland auch die Fon-Hotspots nutzen, muss allerdings auf die kostenlose Nutzung der Fon-Spots im Ausland verzichten. Interessierte Nutzer ohne Telekom-Vertrag, können zum Beispiel einen Tagespass für 4,95 Euro buchen.

Fon-Service wird auch in anderen Ländern ausgerollt

Telekom-Chef René Obermann fügte ergänzend hinzu: "Es wurden immer wieder - durchaus zu Recht - die hohen Roaming-Preise bei Mobilfunkverbindungen im Ausland kritisiert. Mit Fon ändert sich daran etwas. Man wird sozusagen Geber und Nehmer." Nach Deutschland will die Telekom Fon auch bei ihren Ländergesellschaften in Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Slowakei und Ungarn starten.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang