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WLAN-Netze mit Kilometer-Reichweite gefordert

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hatten gefordert, freiwerdende TV-Frequenzen für WLAN-Netze zu verwenden, um größere Distanzen überbrücken zu können. In der Onlineausgabe der "Technology Review" haben sie nun ein paar Hintergründe erläutert.

02.01.2015, 13:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hatten gefordert, freiwerdende TV-Frequenzen für WLAN-Netze zu verwenden, um größere Distanzen überbrücken zu können. In der Onlineausgabe der Technology Review haben sie nun ein paar Hintergründe erläutert.

Ortschaften ohne DSL anbinden

Technisch verhält es sich einfach: WLAN-Netze funken in Frequenzbereichen ab zwei Gigahertz. Dies ermöglicht allerdings nur kurze Reichweiten. Wände schränken diese noch ein, vor allem wenn sich darin Wasser und Metall befindet.

Bei den freiwerdenden TV-Frequenzen im UHF-Band von 470 bis 790 Megahertz gebe es damit aber weniger Probleme. Es ließen sich auch mehrere Kilometer überbrücken, um zum Beispiel Ortschaften ohne DSL anzuschließen oder zumindest Sat-Internet innerhalb eines Ortes weiterzuverteilen.

Kostenloser Zugang zum Super-WLAN

Der Soziologe Arnd Weber vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Netztechnik-Experte Jens Elsner von der Munich Innovation Group sehen aber auch eine Nutzungsmöglichkeit in den Städten für öffentliche WLAN-Netze mit größerer Reichweite.

Vorgestellt haben sie ihren Vorschlag im Fachblatt "Telecommunications Policy". Gegenüber der Technology Review spricht Weber von einem "großen gesamtwirtschaftlichen Nutzen". Der Zugang zum Super-WLAN-Netz solle kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Umsetzung unwahrscheinlich

Die Freigabe eines knappen Gutes wie Funkfrequenzen widerspreche aber den gängigen wirtschaftswissenschaftlichen Theorien, denen zufolge begrenzte Güter optimal genutzt würden, indem Nutzungsrechte zu Marktpreisen verkauft würden.

Das Problem im Mobilfunkmarkt sei allerdings, dass nur wenige Anbieter Zugriff auf die Rechte hätten. Dadurch sei der Markt weiterhin verengt, was an den nur langsam fallenden Preisen für den mobilen Internetzugang und dessen Beschränkungen zum Beispiel durch Drosselung abgelesen werden könne.

Dass der Vorschlag der Forscher umgesetzt wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Schließlich würden dem Staat Einnahmen aus der Versteigerung der Frequenzbänder an die Mobilfunk-Netzbetreiber verloren gehen.

(Peter Giesecke)

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