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WLAN für deutsche Autobahnen in Planung

Ein Rostocker Informatikerteam will im Sommer laut "Handelsblatt" entlang der Autobahnen A19 und A20 eine 50 Kilometer lange Teststrecke mit Internet per WLAN versorgen. Ziel ist zunächst die Verbesserung der Verkehrssicherheit.

12.03.2010, 16:16 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Das Internet ist nahezu allgegenwärtig. In den heimischen Wänden per DSL, Kabel oder Satellit. Unterwegs geht es mit dem mobilen Internet auf Basis von HSDPA ins Netz. Eine Gruppe Wissenschaftler der Universität Rostock rund um den Informatik-Professor Djamshid Tavangarian möchte nun laut einem Bericht des "Handelsblatt" in Mecklenburg-Vorpommern zusätzlich eine Probestrecke entlang der Autobahn mit einem WLAN-Internetzugang versorgen.

50 Kilometer lange WLAN-Teststrecke

Für den Test sollen im Sommer WLAN-Antennen entlang einer rund 50 Kilometer langen Strecke an den Autobahnen A19 und A20 in der Nähe von Rostock aufgestellt werden. Vorbeifahrende Autos sollen die drahtlos übertragenen Daten dann empfangen und auch senden können. Die Kosten des vom Bund sowie dem Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützten Projekts werden auf knapp eine halbe Million Euro beziffert. Zunächst sei dabei aber weniger an Unterhaltung aus dem Netz für Autofahrer gedacht. "Unser Fokus liegt auf Sicherheit und Entlastung des Verkehrs", so Djamshid Tavangarian. Verkehrszentralen könnten den Autofluss auf den Schnellstraßen besser erfassen und für genauere Staumeldungen verwenden. Aber auch bei Unfällen könnten etwa Notärzte vor Ort bei Bedarf auf das Internet zurückgreifen, wenn schnelle Nachfragen bei spezialisierten Ärzten erforderlich seien.

Kommerzielle WLAN-Internetdienste sind denkbar

Doch auch das - kommerzielle - Interesse von Mobilfunknetzbetreibern, der Automobilindustrie und Herstellern von Endgeräten sei geweckt. Denn ist die Infrastruktur erst einmal errichtet, ließen sich auch kostenpflichtige Internet-Dienstleistungen vorstellen. Bis zur Serienreife sei es aber noch ein weiter Weg. Einen Blick in die Zukunft wagt der Universitätsprofessor dennoch. Er rechnet in drei bis vier Jahren mit einem flächendeckenden WLAN-Netz entlang der deutschen Autobahnen. Die Zeit dränge, denn die Rostocker Informatiker seien nicht alleine. "Andere Länder forschen auch, der Druck wächst", so Tavangarian.

(Jörg Schamberg)

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