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"WiWo": Telekom fordert Verzicht auf Regulierung

Wie die "WirtschaftsWoche" berichtet, fordert die Deutsche Telekom den Abbau der Regulierung und weniger strenge Fusionskontrollen. Statt eine Vielzahl kleiner Anbieter und hohem Preiswettbewerb gäbe es dann mehr TK-Schwergewichte.

26.10.2013, 11:12 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Wie die "WirtschaftsWoche" (WiWo) auf Basis eines Positionspapiers der Deutschen Telekom berichtet, fordert der Bonner Konzern den Abbau der Regulierung des Telekommunikationsmarktes und außerdem weniger strenge Fusionskontrollen.

Wenige große statt viele kleine Anbieter

Timotheus Höttges, der zum Jahresende die Nachfolge von René Obermann antreten soll, habe sich dabei an Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie hochrangige Politiker Deutschlands und der EU gerichtet. Dem Papier zufolge fordere der Bonner Konzern "den völligen Verzicht auf Regulierungsmaßnahmen, eine aktive Industriepolitik und weniger strenge Fusionskontrollen". Das Ziel dürfe nicht länger "eine verbraucherfreundliche Regulierung mit möglichst vielen Wettbewerbern und ständig sinkenden Preisen sein", schreibt die "WiWo" im entsprechenden Artikel vom heutigen Sonntag.

Schlussendlich würde damit statt einer Vielzahl kleinerer Anbieter und einem hohem Preiswettbewerb großen TK-Schwergewichten der Weg geebnet. Laut dem Bericht orientiert sich die Deutsche Telekom dabei an der Situation in den USA; nur auf diesem Wege könnten Europas IT-Konzerne eine solche Größe wie die US-Konkurrenten erreichen. "Größe zählt", zitiert die WiWo den designierten Konzernchef. Und weiter: "Regulierung und Wettbewerb sollten so umgestaltet werden, dass der Weg für eine innereuropäische Konsolidierung und Kooperationen geebnet wird." Nur so könne Europa im Wettbewerb mit den USA und Asien bestehen.

Auch EU plant neuen Rechtsrahmen

Gar nicht freuen dürfte das den Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO), in dem zahlreiche Telekom-Wettbewerber zusammengeschlossen sind. Erst Anfang der Woche warnte der BREKO erneut vor einer Einschränkung des Wettbewerbs beim Breitbandausbau in Deutschland. Kritisiert werden die Pläne der EU, das "EU single market package", das den EU-Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und Dienste neu gestalten soll: EU-Kommissarin Neelie Kroes strebe einen einheitlichen europäischen Telekommunikationsmarkt mit großen europäischen Netzbetreibern an, ähnlich den Märkten in den USA und China. In Deutschland habe sich aber gerade die Vielfalt des Wettbewerbs bewährt und den Breitbandausbau vorangetrieben.

(Saskia Brintrup)

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