Neues Geschäftsfeld

"WiWo": Telefónica verkauft Bewegungsprofile von Kunden an den Handel

Telefónica Deutschland will die Daten seiner über 44 Millionen Mobilfunkkunden in großem Stil zu Geld machen. Laut "WirtschaftsWoche" sollen Handelsketten und Einkaufszentren anonymisierte Bewegungsprofile kaufen können.

Jörg Schamberg, 24.02.2017, 10:05 Uhr
ShoppingDie gesammelten Daten der Telefónica-Mobilfunkkunden soll dem Handel Aufschluss über Kundenbewegungen geben.© jonasginter / Fotolia.com

München/Düsseldorf – In dieser Woche hatte Telefónica Deutschland die aktuellen Geschäftszahlen vorgelegt. Demnach kommt der Münchener Mobilfunknetzbetreiber auf über 44 Millionen Mobilfunkkunden. Das ist eine gewaltige Kundenbasis. Doch das Unternehmen möchte nicht nur mit Mobilfunkdiensten Geld verdienen, sondern auch die Kundendaten selbst an Dritte weiterverkaufen. Das hatte Telefónica schon in der Vergangenheit angekündigt. Im vergangenen Herbst hatte der damalige Telefónica Deutschland-Chef Thorsten Dirks entsprechende Planungen bestätigt. Laut aktuellem Bericht der "WirtschaftsWoche" wird das lukrative Geschäft mit Kundendaten nun offenbar konkreter.

Weitergaben von Daten wie Alter, Geschlecht und Herkunft

Demnach sollen Handelsketten und Einkaufszentren von Telefónica Daten wie Alter, Geschlecht, Herkunft und Kundenbewegungen erhalten. Die von den Mobilfunkkunden gesammelten Informationen würden nur anonymisiert weitergegeben. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz hätte dies geprüft und grünes Licht für die Datenweitergabe gegeben. In einer streng vertraulichen Präsentation für Einzelhandels-Manager, auf die die "WiWo" Zugriff hatte, werde interessierten Datenkäufern die "umfassendste Ermittlung von Frequenzen für Innenstadtlagen rund um die Uhr" versprochen.

Detaillierte Analyse von Kundenbewegungen möglich

Die Daten würden sogar Aufschluss darüber geben, ob die Mobilfunkkunden in der Stadt mit Bus, Bahn oder PKW unterwegs sind. Bei Bedarf biete eine "Indoor-Analyse" Aufschluss über die Wege der Kunden in den Läden.

Die anonymen Bewegungsprofile seien genauer als bisherige manuelle Stichproben von Marktforschern. Handelsketten in Spanien und Deutschland würden laut dem Bericht bereits die anonymisierten Datensätze von Telefónica testen.

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