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WiWo: Ministerium will National Routing nicht per Gesetz vorschreiben

Die Deutsche Telekom hatte das Bundeswirtschaftsministerium zu einem Gesetz gedrängt, das National Routing verbindlich macht. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche hat sich das Ministerium nun dagegen ausgesprochen.

19.05.2014, 14:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Seit der NSA-Affäre arbeitet die Deutsche Telekom an einem National Routing, bei dem E-Mails und andere Daten nicht mehr über Internetknoten in den USA oder Großbritannien geleitet werden. Der Internetverkehr soll innerhalb von Deutschland bleiben. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche (WiWo) sperrt sich das Bundeswirtschaftsministerium jedoch gegen eine Regelung per Gesetz.

Gabriel setzt auf brancheninterne Lösung

Das Wirtschaftsblatt beruft sich dabei auf nicht näher genannte Quellen im Ministerium. Die Telekom hat bereits ein erstes Bündnis mit Konkurrenten beim Routing von E-Mails geschmiedet, aber auch eine gesetzliche Regelung gefordert, die dieses für alle Daten und für alle Netzbetreiber verbindlich macht.

Dem Bericht zufolge habe sich das Ministerium zuerst positiv zu diesen Plänen geäußert, sich aber nun nach Gesprächen mit Netzbetreibern und Dienste-Anbietern, die einer gesetzlichen Regelung kritisch gegenüberstehen, dagegen ausgesprochen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will anscheinend nur "freiwillige Angebote".

Projekt "E-Mail made in Germany" als Vorbild

Die Telekom müsste dann – wie auch jetzt schon – mit anderen Netzbetreibern bilaterale Vereinbarungen treffen, also mit jedem Konkurrenten einen eigenen Vertrag abschließen. Mit United Internet (Web.de und GMX) und Freenet wurde bereits das Projekt "E-Mail made in Germany" gestartet, bei dem alle E-Mails, die zwischen diesen Diensten ausgetauscht werden, nur über Netzknoten in Deutschland geroutet und dabei verschlüsselt werden.

(Peter Giesecke)

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