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WiWo: Fassade bröckelt -Quo Vadis Apple?

Willkommen im Establishment: Der einstige Software-Revoluzzer Apple kämpft mit Pannen – und um seinen Ruf. Selbst das iPhone muss sich warm anziehen. Cupertino drückt den Reset-Button: Bob Mansfield kommt als bewährte Kraft.

10.08.2010, 10:24 Uhr
Apple© Apple

Zunächst glaubte man, Apple übersteht einfach alles. "Antennagate", Datenskandale, Sicherheitslücken. Und die Selbstmordserie eines Zulieferers, der – zugegeben - auch für andere Hersteller produzierte. Nichts schien der Marke mit dem Apfel etwas anhaben zu können.

Yougov: iPhone im Büßerhemd

Aber nun ist es wohl doch so weit: Die Fassade bröckelt. Gerade bei den jüngeren Nutzern büßt der einzige Branchen-Revoluzzer Apple an Beliebtheit ein. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" (WiWo) mit Bezug auf das britische Marktforschungsinstitut Yougov.

Demnach sanken die Apfel-Werte im ersten Quartal 2010 auf bis zu 70 von 100 Brandindex-Punkten und erreichten im Juli das Rekordtief von 56 auf der Skala. Branchenprimus iPhone wurde besonders abgewatscht und streicht nur 50 Bonuspunkte ein. Gerade die wichtige Zielgruppe der Unter-30-Jährigen zeigt sich verschnupft: Hier kassiert das iPhone nur noch 42 "Gute".

Damit, so WiWo, nähere sich der einstige Überflieger den Werten des deutschen Branchen-"Schmuddelkindes" Nokia: Die Finnen schlossen 2008 ihr Werk in Bochum. Viele Nutzer kehrten dem Marktführer daraufhin den Rücken, Firmenkunden quittierten die Schließung mit drastischen Protestaktionen. Nur langsam erholte sich der Marktführer hierzulande vom Umsatzeinbruch.

Mansfield soll's richten

Handyhersteller wie Samsung oder Sony Ericsson wittern hingegen Morgenluft und erreichen laut WiWo gute Werte bei Yougov. Auch das Blackberry liegt im Brandindex-Trend, während Motorola und HTC sich etwas schwerer tun.

Quo vadis, Apple? Nach dem dubiosen Abgang von Chefentwickler Mark Papermaster greift die kalifornische Smartphone-Schmiede offenbar auf Bewährtes zurück. Nachfolger Bob Mansfield war bisher für die Entwicklung der nach wie vor als zuverlässig geltenden Mac-Rechner zuständig.

Medienberichten zufolge gehört er zum Kreis potenzieller Nachfolger von Firmenchef Steve Jobs. In Cupertino hofft man sicher inständig, dass er die Marke vor weiteren Peinlichkeiten schützen wird.

(Dorothee Monreal)

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