"Handelsblatt"-Bericht

Wird ZTE für United Internet ein eigenes Mobilfunknetz bauen?

Aktuell sollen Gespräche zwischen 1&1-Mutter United Internet und dem chinesischen Netzausrüster ZTE zum Bau eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland laufen. Laut "Handelsblatt" würde United Internet das Netz dann leasen.

5G© Piotr Adamowicz / Fotolia.com

Düsseldorf – Die Zukunft für den chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE in Deutschland sieht eher düster aus. Das Unternehmen soll einen wichtigen, lukrativen Auftrag von Telefónica Deutschland verlieren und künftig nicht mehr für die Wartung des O2-Netzes zuständig sein. Der Vertrag läuft Ende 2018 aus. Laut "Handelsblatt" würden aber Geheimgespräche laufen, um hierzulande ein alternatives Geschäft für ZTE an Land zu ziehen, ansonsten drohe in der Bundesrepublik quasi das Aus für die Chinesen. Daher werde über den Aufbau eines viertes Mobilfunknetzes in Deutschland mit dem 1&1-Mutterkonzern United Internet als möglichem Partner und Netzbetreiber gesprochen.

United Internet könnte von ZTE gebautes Netz leasen

Laut "Handelsblatt"-Informationen solle ZTE sowohl die Wartung als auch den Bau des Netzes übernehmen. Das fertige Netz würde United Internet dann leasen. Auch bislang schon mietet United Internet Netzkapazitäten bei den Mobilfunknetzbetreibern Telefónica Deutschland und Vodafone an.

Doch bei den künftigen 5G-Netzen könnte United Internet außen vorbleiben, wenn die drei Netzbetreiber ihre 5G-Netze nicht für den Konzern aus Montabaur öffnen. Laut dem Bericht will United Internet-Chef Ralph Dommermuth bei der für 2019 geplanten 5G-Frequenzauktion eventuell mitbieten. Dommermuth drängt vor allem aber auf die richtigen Rahmenbedingungen – und auf einen garantierten LTE-Zugang zu den Netzen von Telekom und Vodafone. Alleine würde es etliche Jahre dauern, bis ein weiteres Mobilfunknetz in Deutschland etabliert werden kann. Der Ausbau dürfte zunächst in den Großstädten erfolgen – für Kunden wäre ein solch löchriges Netz eher unattraktiv.

Teilnahme an der 5G-Frequenzauktion: Entscheidung naht

Viel Zeit bleibt Dommermuth nicht mehr: Die Frist für die Registrierung zur Teilnahme an der 5G-Frequenzauktion endet am 25. Januar 2019. "1&1 Drillisch hat mit allen namhaften Netzausstattern gesprochen", habe ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Handelsblatt erklärt. Mit zwei Anbietern, davon einem aus China, seien die Verhandlungen "weitestgehend abgeschlossen".

Würde sich ZTE auf den Plan von Dommermuth einlassen, trügen die Chinesen beim Bau des Netzes den Großteil des Investitionsrisikos. Ob ein solcher Deal aber überhaupt realisiert wird, sei noch unklar. Die Gespräche würden noch laufen. Weder ZTE noch United Internet wollten sich zu den Gesprächen äußern.

Viertes Mobilfunknetz nur als Drohkulisse von Dommermuth?

Laut dem Analysten Dhananjay Mirchandani ziele Dommermuth vor allem auf einen Zugang zu den Mobilfunknetzen von Telekom und Vodafone zu günstigen Konditionen. Der Aufbau eines potentiellen vierten Mobilfunknetzes könnte nur als Drohkulisse dienen. "Im Gegenzug für ein attraktives Angebot zur Netznutzung von Telekom oder Vodafone könnte er dann seine Pläne zum Netzausbau wieder beerdigen", so der Analyst gegenüber dem "Handelsblatt".

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Jörg Schamberg

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