Security

Windows XP in Geldautomaten: Innenministerium warnt vor Attacken

Laut "Bild"-Zeitung befürchtet das Bundesinnenministerium künftig Hacker-Attacken auf Geldautomaten mit dem Betriebssystem "Windows XP Professional for Embedded Systems".

06.03.2014, 16:30 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die Tage von Windows XP sind gezählt. Seit Monaten informiert Microsoft die Nutzer des Desktop-OS vor dem unausweichlichen Support-Ende zum Patchday am 8. April. Ab diesem Zeitpunkt werden selbst gröbste Sicherheitslücken nicht mehr geschlossen. Wer nicht auf eine neuere Windows-Version wechselt, setzt sich also wissentlich Gefahren aus.

Angriffe auf Automaten befürchtet

Nun warnt das Bundesinnenministerium vor Angriffen auf Geldautomaten, die in Deutschland ebenfalls noch zu Tausenden mit der Variante "Windows XP Professional for Embedded Systems" betrieben werden. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Susanna Karawanskij. Demnach fordert das Innenministerium die Betreiber der Automaten auf, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um mögliche Angriffe abwehren zu können. Die Regierung gehe laut "Bild" zudem davon aus, dass Hacker bereits für die Zeit nach dem 8. April gezielte Attacken planten. Karawanskij kritisierte daraufhin, dass Selbstverpflichtungen der Automatenbetreiber nicht ausreichten. Die Bundesregierung müsse die Verbraucher aufklären, so die 33-Jährige.

Droht nun also die massenhafte Manipulation über Schwachstellen des Betriebssystems, wie die Reaktion des Ministeriums impliziert? Wohl kaum. Zwei Punkte sprechen dagegen. So hat Microsoft für das an Industriekunden ausgelieferte "Windows XP Professional for Embedded Systems" eine längere Produktlebenszeit vorgesehen. Das System wird daher noch bis zum 12. Januar 2016 mit Updates versorgt. Darüber hinaus sind Geldautomaten in Deutschland nicht an das Internet angeschlossen. Um eine Hacker-Attacke auszuführen, wird also der physische Zugang zum Gerät und dessen Schnittstellen benötigt. Diese sind allerdings ohne weiterführende Maßnahmen wie ein Aufbrechen oder Anbohren des Gehäuses nicht zugänglich.

(Christian Wolf)

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