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Windows 8 benötigt weniger Arbeitsspeicher

Das kommende Microsoft Betriebssystem Windows 8 soll vieles besser machen. Laut Microsoft wird der Speicherbedarf geringer sein als bei einem vergleichbaren Rechner mit Windows 7, das System soll damit auch auf Tablet-PCs laufen. Um den RAM-Verbrauch zu optimieren, hat der US-Konzern hunderte Änderungen vorgenommen.

10.10.2011, 15:01 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Microsoft gewährt immer mehr Einblicke in das kommende neue Betriebssystem Windows 8. Unter anderem soll das Booten von Windows 8 schneller erfolgen. Seit Mitte September steht eine Windows 8 Vorabversion für Entwickler zum Download bereit. Nun informierten die Microsoft-Manager Steven Sinofsky und Bill Karagounis im MSDN-Blog "Building Windows 8" über die Bemühungen, den Speicherverbrauch im neuen Betriebssystem zu reduzieren. Das US-Unternehmen habe dabei bereits erhebliche Erfolge erzielt. Das ist auch notwendig, denn Windows 8 soll auch auf Systemen wie Tablet-PCs oder Netbooks laufen, die meist nur über 1 bis 2 Gigabyte (GB) RAM verfügen.

Geringerer Speicherverbrauch schont die Akkus

Wenn das Betriebssystem weniger RAM verbraucht, bringt dies gleich mehrere Vorteile. Es lassen sich zum einen mehr Anwendungen parallel öffnen. Zum anderen wird auch der Stromverbrauch gesenkt. Denn je mehr RAM in einem Rechner installiert ist, umso mehr Energie wird kontinuierlich benötigt.

Als Ziel hat sich das Windows 8 Entwickler-Team gesetzt, dass für das neue System keine höheren Hardwareanforderungen erforderlich sind als für Windows 7. Nutzer des aktuellen Microsoft-Betriebssystems sollen problemlos auf die kommende Generation upgraden können. Beim Arbeitsspeicher will Microsoft sogar noch unter den Vorgaben liegen. Der US-Konzern beweist den geringeren RAM-Verbrauch mit Screenshots des Task-Managers eines Windows 7 und eines Windows 8 Systems, die jeweils frisch auf einem drei Jahre alten Netbook mit 1 GB Arbeitsspeicher installiert wurden.

Nach mehreren Reboots und einer Zeit im Leerlauf haben die Microsoft-Techniker die Werte verglichen. Windows 7 verbrauchte 404 Megaybyte (MB) RAM. Unter Windows 8 wurde dagegen nur 281 MB des Speichers benötigt, obwohl erstmals die erweiterte Schutzsoftware Windows Defender in das System integriert wurde.

Hunderte Änderungen zur Reduzierung des Speicherverbrauchs

Um den Speicherverbrauch zu reduzieren, hat Microsoft gleich auf mehreren Fronten angesetzt und nach eigenen Angaben hunderte spezielle Änderungen vorgenommen. Zum einen wurden doppelte Inhalte im Arbeitsspeicher, die von Anwendungen dort angelegt wurden, auf jeweils eine Version reduziert. Alleine dadurch werden etliche Dutzend bis hunderte MB an RAM frei. Auch Dienste, die im Hintergrund laufen, hat Microsoft drastisch reduziert. 13 Dienste wurden gleich ganz entfernt, einige nur zum manuellen Start eingerichtet. Einige der Dienste, die bislang immer liefen, stehen nun nur auf Abruf zur Verfügung. Die zahlreichen neuen Funktionen, die Windows 8 mitbringt, kommen teilweise in Form eines Dienstes daher. Nur zwei davon werden automatisch beim Booten des Systems gestartet, alle anderen lassen sich dagegen manuell oder auf Abruf ausführen.

Windows 8 startet zudem zunächst in der ressourcenschonenden Metro-Oberfläche. Nur bei Bedarf werden Komponenten in der klassischen Desktop-Umgebung geladen. Dadurch lassen sich rund weitere 23 MB RAM sparen. Außerdem sollen Anwendungen unter Windows 8 Speicherbedarf mit dem Label "geringe Priorität" versehen können. Ist an anderer Stelle im System mehr Speicherplatz erforderlich, kann Speicher mit geringer Priorität freigegeben werden.

(Jörg Schamberg)

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