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Windows 7: Ein Betriebssystem schlägt Harry Potter

Microsoft hat zum Windows-7-Start eine Pressekonferenz gegeben. Ausgehend von einer IDC-Studie soll sich Windows 7 verglichen mit Vista mehr als viermal besser verkaufen.

22.10.2009, 13:13 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Microsoft hat am Donnerstag anlässlich des Windows 7 Starts eine Pressekonferenz gegeben und dort einige interessante Fakten mitgeteilt. Auch Windows Server 2008 R2 ist seit heute erhältlich und fand Erwähnung.
Windows 7 Beta: Millionen Tester
Aber zunächst zu Windows 7: Wie Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, berichtet, haben die Windows 7 Vorbestellungen bei Amazon in Großbritannien die Harry Potter Zahlen geschlagen. Das Betriebssystem sei zumindest dort auf bestem Weg, zum Produkt mit den meisten Vorbestellungen aller Zeiten zu werden, zitiert das Branchen-Blog "TG Daily" Amazon-Manager Brian McBride. Mit so einem Erfolg habe auch Microsoft nicht gerechnet: "Einen so erfolgreichen Launch haben wir seit vielen Jahren nicht mehr erlebt". Wegen der starken Nachfrage musste die Produktion in den vergangenen Wochen mehrmals hochgefahren werden.
Die Beta-Version von Windows 7 verzeichnete acht Millionen offizielle Downloads, davon eine Million in Deutschland, was die Server von Microsoft in die Knie zwang. Die Zahl der Downloads aus inoffiziellen Quellen dürfte die Menge an Beta-Testern noch weiter steigern, diese erwähnte Microsoft jedoch nicht. Die Redmonder konnten nach eigenen Angaben Produktdaten von Millionen PCs in mehr als 200 Ländern auswerten und über 16.000 Online-Befragungen durchführen. Der Anteil der Weiterempfehlungen des Betriebssystems hätte bei 91 Prozent gelegen. Die übrigen neun Prozent fielen auf Windows Vista, scherzte Achim Berg.
"Betriebssystem der Anwender"
"Vor allem bei Windows 7 haben wir zahlreiche Vorschläge und Empfehlungen der Nutzer in der Entwicklung berücksichtigt und umgesetzt. So ist es ein Betriebssystem der Anwender geworden", führt Berg aus. Der Konzern verspricht Nutzern des neuen Systems eine einfachere Anwendung, eine bessere Performance und auch verbesserte Touchscreen-Unterstützung.
Microsoft und seine Partner haben auch neue Geräte wie Notebooks von Sony, Asus, Dell und Acer sowie einen Desktop-PC von HP mit Multitouch-Bildschirm und einen Multimedia-PC von Medion, der sich auch über Sprache steuern lässt, vorgestellt.
Die Höhe des maximal unterstützten Arbeitsspeichers bleibt gleich: Genau wie mit Vista lassen sich mit Windows 7 Home Premium 32 Bit 3,5 Gigabyte RAM betreiben, wer mehr Arbeitsspeicher nutzen möchte, muss zur 64-Bit-Variante greifen. Windows 7 ist aktuell in 14 Ländern verfügbar, bis zum Jahresende werde es in 36 Sprachen bereit stehen. Weltweit soll das Betriebssystem 300.000 Arbeitsplätze schaffen und in Deutschland 70 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Zahlen stützen sich auf eine IDC-Studie. Bis zum Jahresende 2010 sollen demnach 177 Millionen Lizenzen von Windows 7 verkauft worden sein. Achim Berg zieht Windows Vista zum Vergleich heran, das in den ersten 13 bis 14 Monaten nach Markteinführung auf 40 Millionen Lizenzen kam. Auch dem Hardware-Bereich soll das neue OS "Impulse" geben können.
Windows 7 soll Produktivität steigern
Auf eine Zuschauerfrage, warum das Upgrade von XP auf Windows 7 nicht so einfach sei wie von Vista ausgehend, sagte Microsoft, dass die meisten Nutzer Windows 7 mit einem neuen PC erwerben würden. Die Anzahl der betroffenen Anwender sei daher gering und eine eigenständige Installation sei der beste Weg, auch wenn eine Datenmigration möglich sei. Zur vorherigen Sicherung der gespeicherten Dateien empfiehlt der Konzern das hauseigene Tool Windows Easy Transfer.
John DeVaan, Senior Vice President der Core Operating System Abteilung, berichtete über den Einsatz von Windows 7 in Unternehmen und teilte mit, dass sich die Betriebskosten für die einzelnen Arbeitsplätze senken und die Produktivität steigern ließen. Er betonte auch den Sicherheitsfaktor und gab an, dass die Handelspartner früher und häufiger in die Entwicklung mit eingebunden wurden. Diese sollen übrigens für jeden Euro, den Microsoft mit Windows 7 umsetzt, 18,48 Euro umwandeln.
Marktanteil von Windows Server steigend
Zu Windows Server sagte Andreas Hartl, Director Server & Tools bei Microsoft Deutschland: "Der Marktanteil von Windows Server ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und wir erwarten eine weitere Steigerung unserer Marktanteile". Aktuell läge der Anteil bei 67 Prozent, die 2008-Version käme auf zehn Prozent. Windows Server 2008 R2 unterstützt bis zu 256 logische Prozessoren.
Unsere Redaktion hat weitere Infos zu Windows 7, Vergleiche der Editionen, FAQs und Tipps in einem Spezial gesammelt.

(Saskia Brintrup)

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