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Windows 10 und Hologramm-Brille: Microsoft will wieder cool werden

Mit Windows 10 will Microsoft wieder an alte Erfolge anknüpfen. Die größte Überraschung war aber die Vorstellung der Hologramm-Brille "HoloLens". Branchenkenner sehen Microsofts Innovationsschub positiv.

22.01.2015, 15:31 Uhr (Quelle: DPA)
Microsoft© Microsoft

Eines hat Microsoft-Chef Satya Nadella bei der Vorstellung des neuen Windows 10 klargestellt: Er will den Softwarekonzern auf direktem Weg in die Zukunft führen. Anders als sein Vorgänger Steve Ballmer lässt Nadella innovative Entwicklungen aus den Labors des Konzerns nicht in den Regalen verstauben, sondern holt sie auf die große Bühne. So gelang es dem Kinect-Team auf der Windows 10-Veranstaltung mit der neuartigen Computerbrille HoloLens denn auch aus dem Stand, dem Flaggschiff Windows die Show zu stehlen. HoloLens agiert unabhängig vom Computer und projiziert dem Nutzer in die reale Umgebung virtuelle, holographische Gegenstände.

Ballmer als Innovationsbremse?

An der Vorstellung der neuen Computer-Brille HoloLens lässt sich auch erahnen, wie sehr Ballmer die Innovationskraft des Konzerns möglicherweise über Jahre ausgebremst hat. Mit viel Enthusiasmus zeigt sich nun Microsoft und präsentiert seine Visionen der digitalen Zukunft. Dabei geht die HoloLens einen ganz anderen Weg als Google mit seiner umstrittenen Datenbrille Glass oder Oculus und Sony mit ihren Brillen für Rift und Morpheus für virtuelle Realitäten. Microsoft bietet den Entwicklern in Windows 10 die nötigen Schnittstellen sowie mit der Software HoloStudio ein geeignetes Instrument für das Programmieren eigener Anwendungen.

"Es ist eine große Überraschung und bestimmt ein Risiko, diese Art von Technologie zum Konsumenten zu bringen", sagte Michael Silver, Analyst bei Gartner der Finanzagentur Bloomberg. Letztlich stelle Microsoft damit aber einige seiner Visionen für die Zukunft unter Beweis, was man an dem Unternehmen seit sehr, sehr langer Zeit vermisst habe.

Marktforscher: Riesiges Potential

Sollte HoloLens erfolgreich sein, könnte diese Art der virtuellen Realität grundsätzlich die Interaktion der Menschen mit Maschinen um einen neuen Weg erweitern, wie es die Computer-Maus in den 90er Jahren und Apples iPhone 2007 getan haben, schätzt James McQuivey von Forrester. Die Marktforscher gehen davon aus, dass diese Art der Nutzung sich bis 2020 schon etablieren könnte. Den größten und schnellsten Erfolg dürfte Microsoft zunächst im Spiele- und Entertainment-Bereich haben, sagte McQuivey. Im beruflichen Einsatz etwa als Instrument für die Zusammenarbeit in Teams oder für Trainingszwecke sieht Forrester gute Einsatz-Szenarien.

(Marcel Petritz)

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