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Wikipedia wird fälschungssicher

Neben der offenen Wikipedia soll es eine feste Version bestimmter Artikel geben, um Fälschungen wie im Fall des Journalisten John Seigenthaler zu vermeiden.

Datenübertragung© envfx / Fotolia.com
Nach der Affäre um einen falschen Artikel soll es die kostenlose Online-Enzyklopädie Wikipedia in Zukunft auch in einer unveränderbaren Version geben. Langfristig werde neben der "Live"-Version, die von jedermann bearbeitet werden kann, eine "feste" Wikipedia stehen, kündigte der Gründer des Online-Lexikons, Jimmy Wales, in der "Financial Times" an.

Falscher Verdacht

Die Fixversion werde betreut, so "dass wir Vertrauen in sie haben". Sie werde "wesentlicher Bestandteil" des Wikipedia-Internetauftritts sein. Der Wikipedia-Macher reagiert damit auf den Wirbel um einen falschen biografischen Eintrag zum Journalisten John Seigenthaler. Der Eintrag hatte fälschlicherweise behauptet, Seigenthaler sei kurzzeitig verdächtigt worden, in die Morde an US-Präsident John F. Kennedy und dessen Bruder Robert verstrickt gewesen zu sein.

Der Autor des Artikels gab später an, er habe sich nur einen Scherz erlauben wollen, er habe Wikipedia nicht als ernsthafte Quelle angesehen. Die Affäre hat gezeigt, dass das Online-Lexikon wegen seiner Offenheit für alle Internet-Nutzer leicht manipuliert werden kann. Wer einen Eintrag ändern oder neu erstellen will, muss sich inzwischen zumindest anmelden.

Zwei Millionen Artikel

Wikipedia wurde 2001 gegründet und hat nur drei feste Mitarbeiter. Die Online-Enzyklopädie umfasst nach eigenen Angaben zwei Millionen Artikel in 200 Sprachen, die fast ausschließlich von Freiwilligen erstellt wurden. Nach einer gerade im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichten Untersuchung ist das Lexikon in der Regel fast so verlässlich wie eine herkömmliche Enzyklopädie. Dabei wurden jeweils 42 Artikel zu wissenschaftlichen Themen aus Wikipedia und der Encyclopaedia Britannica verglichen. In beiden Werken wurden je vier schwere Fehler entdeckt, dazu 162 leichtere in der Wikipedia und 123 leichtere in der Britannica.

(Volker Briegleb)

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