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WIK-Studie: Glasfaser-Ausbau wird von Telekom-Konkurrenz getragen

Die Studie "Der dynamische Investitionswettbewerb als Leitbild der künftigen Entwicklung des Telekommunikationsmarktes" fordert günstige Regulierungsbedingungen für alternative Carrier. Sie wurde vom Branchenverband BREKO in Auftrag gegeben.

28.11.2013, 10:31 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Vor allem auf dem Land werde die Versorgung mit schnellen Internetzugängen von den Wettbewerbern des Marktführers Deutsche Telekom getragen. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Der dynamische Investitionswettbewerb als Leitbild der künftigen Entwicklung des Telekommunikationsmarktes" des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK). Die Studie wurde vom Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) in Auftrag gegeben.

Vectoring ist Übergangstechnik

In der Studie wird festgestellt, dass die Deutsche Telekom immer noch über eine marktbeherrschende Stellung innerhalb des Marktes für Breitband-Internetzugänge verfügt. Es seien dagegen die alternativen Netzbetreiber, die für Vielfalt und Wettbewerb auf dem TK-Markt sorgen und den Breitband-Ausbau vorantreiben würden.

Diese nutzten derzeit vor allem die physikalische Entbündelung (TAL-Zugang) für den Bau von eigenen NGA-Netzen – überwiegend im ländlichen Raum. In Zukunft würden die im BREKO organisierten Unternehmen aber mehr in Glasfaser-Netze (FTTB/FTTH) investieren, um keine Entgelte mehr für die Nutzung der Kabelverzweiger (KVz-TAL) zahlen zu müssen. VDSL-Vectoring (FTTC) wird in dieser Studie als eine Technik für den Übergang betrachtet.

Regeln für mehr Wettbewerb

Die Deutsche Telekom hätte dagegen einen geringen Anreiz, in Glasfaser zu investieren, da sie erhebliche Gewinne mit den regulierten Entgelten der KVz-TAL und der weitgehend abgeschriebenen Kupfer-Infrastruktur erwirtschafte.

Damit der Wettbewerb auch in Zukunft gesichert sei, fordert das WIK folgende regulatorische Grundbedingungen:

  1. Auch die Wettbewerber der Telekom müssen freien Zugang zu allen potenziellen Ausbaugebieten erhalten.

  2. Die regulatorischen Bedingungen müssen symmetrisch für alle Marktteilnehmer gelten.

  3. Die Telekom als marktbeherrschender Anbieter von Vorleistungen darf aus dieser Position heraus keine Vorteile im Investitionswettbewerb gegenüber anderen Carriern ziehen.

  4. Der Investitionswettbewerb darf nicht durch strategische Erwägungen (Verdrängung von Konkurrenten) verzerrt werden.

Drei Szenarien zum Glasfaser-Ausbau

In der WIK-Studie werden drei Szenarien entwickelt, wie sich der Breitband-Markt entwickeln könnte – abhängig davon, wie sich die regulatorischen Bedingungen verändern werden.

Bei günstigen regulatorischen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, die die oben genannten Grundbedingungen erfüllen, sollen die BREKO-Unternehmen zwischen 2014 und 2018 insgesamt 9,1 Milliarden Euro investieren – größtenteils in Glasfasernetze (FTTC sowie FTTB/FTTH) – und 11,2 Millionen Haushalte mit einem breitbandigen Internetanschluss versorgen. 73 Prozent der Haushalte davon würden außerhalb der Ballungsräume liegen.

Auch wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen sich nicht verbessern, sondern gleichbleiben, würden die Unternehmen immer noch 7,2 Milliarden Euro investieren und 7 Millionen neue Breitband-Anschlüsse schaffen. Im schlimmsten Fall, bei einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen, würden nur 4,9 Milliarden Euro investiert und 2,2 Millionen Haushalte breitbandig angeschlossen.

(Peter Giesecke)

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