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WIK: Flächendeckendes Vectoring-Netz kostet rund 14 Milliarden Euro

Der flächendeckende Breitbandausbau in Deutschland per Glasfaser würde laut WIK rund 80 Milliarden Euro kosten. Ein entsprechendes Netz auf VDSL-Vectoring-Basis würde dagegen weniger als ein Viertel der Kosten erfordern.

13.02.2014, 17:01 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die Kosten für den Breitbandausbau in Deutschland sind immens. Zur Schaffung eines flächendeckenden Glasfasernetzes sind rund 80 Milliarden Euro an Investitionen erforderlich. Diese Schätzung hatte zumindest das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) im Herbst 2011 vorgelegt. In einer neuen Studie hat das WIK nun auch die Kosten für ein flächendeckendes VDSL-Vectoring-Netz berechnet und einen erheblich geringeren Investitionsaufwand ermittelt.

Flächendeckender Breitbandausbau günstiger?

VDSL-Anschlüsse können dank Vectoring-Turbo auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beschleunigt werden. Die Kosten für einen Vectoring-Anschuss im Vergleich zu einem Glasfaseranschluss fallen laut WIK ungefähr um den Faktor vier geringer aus. Statt durchschnittlicher Investitionen in Höhe von rund 2.400 Euro pro Kunde bei einem Glasfaseranschluss, gehen die Experten bei einem Anschluss auf Vectoring-Basis lediglich von Kosten in Höhe von rund 550 Euro aus. In Ballungsgebieten würde der durchschnittliche Aufwand pro Kunde sogar auf rund 300 Euro sinken.

Unter dem Strich soll sich ein nahezu flächendeckendes Vectoring-Netz für ganz Deutschland für rund 17 Milliarden Euro realisieren lassen. Bei Berücksichtigung der bereits vorhandenen VDSL-Infrastruktur schrumpft der verbleibende Ausbauaufwand laut WIK auf knapp unter 14 Milliarden Euro.

WIK: Vectoring-Ausbau ist "hochattraktiv"

In ländlichen Regionen ließen sich aufgrund der Leitungslängen allerdings nicht überall Bandbreiten von 50 Mbit/s erreichen. Dennoch sieht WIK-Direktor Karl-Heinz Neumann eine Vectoring-Strategie nicht nur für die Deutsche Telekom, sondern auch für alternative Netzbetreiber als "hochattraktiv" an. "VDSL Vectoring ermöglicht Bandbreiten von 50 Mbit/s und mehr bei rund einem Viertel des Investitionsvolumens reiner Glasfaseranschlussnetze", betont Neumann. Zumindest für die nähere Zukunft könne Vectoring die Nachfrage nach hohen Bandbreiten befriedigen. Zugleich stellt Neumann aber klar: "Langfristig sind nur reine Glasfaseranschlussnetze zukunftssicher". Vectoring-Netze ließen sich aber zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vollständigen Glasfaseranschluss ausbauen.

(Jörg Schamberg)

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