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Wieder falsche Abrechnung bei time2surf

Für mindestens sechs Tarife hat der Provider monatelang mehr kassiert als auf der Webseite angegeben. Steckt System dahinter?

12.04.2006, 18:24 Uhr
ISDN© Daniel Kühne / Fotolia.com

Die Pannenserie bei time2surf findet kein Ende. Offenbar hat der Provider monatelang mehr für seine Internet-by-Call-Tarife abgerechnet als auf der eigenen Webseite angegeben.
Höhere Minutenpreise
Bereits vor einigen Wochen ist Lesern von onlinekosten.de zum ersten Mal die Diskrepanz zwischen dem korrekten und dem tatsächlich abgerechneten Minutenpreis aufgefallen. Anhand der Einzelverbindungsnachweise mehrerer Kunden ließ sich nachweisen, dass time2surf bei einigen Einwahlnummern immer wieder 0,009 Cent für jede Verbindungsminute zu viel berechnet hat.
Einige der betroffenen Kunden vermuten, dass der Abrechnungsfehler keine Panne war, sondern systematisch und mit voller Absicht erfolgte. Der Betrag von immer genau 0,009 Cent pro Minute könnte darauf hinweisen. Als Kleckerbetrag richtet er bei einzelnen Kunden keinen Schaden an. Wer ungefähr drei Stunden pro Tag über die betroffenen Tarife von time2surf im Netz gewesen ist, hat pro Monat ungefähr 50 Cent draufzahlen müssen. Doch für einen Provider wie time2surf würde sich das bei einem Volumen von mehreren Millionen Minuten schon lohnen.
"Interner Fehler"
onlinekosten.de hat time2surf daraufhin mit den Vorwürfen konfrontiert. Lange wollte der Provider dazu keine Stellung nehmen. Doch jetzt gab time2surf zu, dass bei den Zugängen Flash 1, 2, 5, 6, 9, 10 immer etwas mehr berechnet wurde als eigentlich gerechtfertigt war. "Diese marginale Ungenauigkeit beruhte leider auf einem Eingabefehler, wurde aber mit sofortiger Wirkung korrigiert", erklärt eine Sprecherin.
Der Anbieter bedauert den Vorfall und will alle Verbindungen überprüfen, um jenen Kunden, die mit mehr als 5 Cent pro Monat belastet worden sind, in ihrer nächsten Rechnung den entsprechenden Betrag gutzuschreiben. Bei time2surf geht man allerdings davon aus, dass "Durchschnittssurfer" höchstens mit 1,5 Cent mehr belastet worden seien.
Es könne aber auch möglich sein, dass weniger abgerechnet wurde als auf der Webseite angegeben: "Es handelt sich hier um eine Differenz im Bereich von plus-minus 0,00001 bis 0,00009 €/min. Dies kann natürlich zu Gunsten des Users, aber auch gegenteilig ausfallen", so die Sprecherin. Fälle, in denen sich time2surf zu Gunsten der Kunden verrechnet hat, sind der Redaktion allerdings nicht bekannt.

(Tobias Capangil)

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