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Wie tief muss das Glasfaserkabel liegen? – Ausbau in Witten gestoppt

Die Stadt Witten und die Telekom haben den Anschluss von 1.650 Haushalten über Glasfaser gestoppt – sie konnten sich nicht über die Höhe der Schotterschicht einigen, die zwischen Kabel und Gehweg liegt.

23.07.2013, 12:12 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Der Ausbau von Breitbandnetzen für einen schnellen Internetzugang ist nicht nur auf dem Land ein Problem, wo die Orte zu weit auseinander liegen. Mitten im Ruhrgebiet haben die Stadt Witten und die Deutsche Telekom nun den Anschluss von 1.650 Haushalten über Glasfaser gestoppt – sie konnten sich nicht über die Höhe der Schotterschicht einigen, die zwischen Kabel und Gehweg liegt. Das berichtet das Nachrichtenportal "Der Westen".

Die Höhe der Schotterschicht

Diese Frostschutzschicht muss nach Ansicht der Stadt Witten 40 Zentimeter hoch sein, während die Telekom davon ausgeht, dass 15 Zentimeter reichen. Der Boden könne schließlich so hinterlassen werden, wie er vorgefunden wurde – nur um das eigene Kabel ergänzt. Die Stadt besteht jedoch auf den Standard wie bei einer Neuverlegung. Die Frostschutzschicht soll übrigens den Gehweg vor Schäden schützen, nicht das Glasfaserkabel.

Maßgeblich ist die "Richtlinie für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen" (RSTO), auf die sich sowohl die Stadt als auch die Telekom berufen, die Richtlinie wird nur von beiden unterschiedlich ausgelegt. Telekom-Sprecher André Hofmann spricht gegenüber onlinekosten.de von einem einmaligen Fall: "Es gibt in Deutschland keine einzige Stadt, wo wir anders ausgebaut haben."

... und die Höhe der Mehrkosten

Hinter dem Streit um die Auslegung der Richtlinie verbirgt sich aber eine Kostenfrage. Die Telekom wollte dem Bericht zufolge mehr als zehn Millionen Euro in den Ausbau investieren. Die Mehrkosten durch die Tieferlegung des Kabels sollen bei ungefähr 11 Euro pro Meter liegen und insgesamt im hohen sechsstelligen Bereich, die Stadt Witten schätzt diese aber mit 50.000 Euro bis 80.000 Euro weit niedriger ein.

1.650 Kunden in Witten haben einen Vorvertrag mit der Telekom, 15 Prozent davon sind bereits per Kabel angeschlossen. Ihnen soll auf jeden Fall auch ein schneller Internetzugang geschaltet werden. Die anderen Kunden werden schriftlich informiert.

(Peter Giesecke)

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