BGH

Wie muss das private WLAN gegen Missbrauch gesichert sein?

Eine Abmahnung in Höhe von 750 Euro an eine Filmfirma: Der Bundesgerichtshof klärt nun, wie gut das heimische WLAN-Netzwerk gesichert sein muss.

Marcel Petritz, 24.11.2016, 12:15 Uhr (Quelle: DPA)
Internetsicherheit© xiaoliangge / Fotolia.com

Karlsruhe - Auch wer sich selbst im Internet nichts zuschulden kommen lässt, ist vor kostspieligen Abmahnungen wegen verletzter Rechte nicht sicher. Wie gut das private WLAN vor fremdem Zugriff geschützt sein muss, klärt der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag (11.30 Uhr). Eine Frau soll in dem Fall rund 750 Euro an eine Filmfirma zahlen, weil jemand über ihren Internetanschluss einen Actionfilm illegal in eine Tauschbörse hochgeladen hatte.

Schlüssel leicht zu knacken

Fest steht, dass der Unbekannte ihr WLAN gehackt hatte. Offen ist, ob sie dafür geradestehen muss. Ihr Router war vom Hersteller mit einem individuellen Schlüssel aus 16 Zahlen nach gängigem Standard (WPA2) gesichert. Erst gut ein Jahr nach dem Vorfall warnte der Hersteller die Kunden, weil sich herausgestellt hatte, dass der Schlüssel leicht zu knacken war. Die Frage ist nun, ob die Frau haftet, weil sie den voreingestellten Schlüssel nie geändert hatte.

Update 16:55 Uhr: Urteil steht fest

Internetnutzer, die sich auf eine individualisierte Verschlüsselung ihres Routers durch den Hersteller verlassen, haften nicht, wenn ihr WLAN trotzdem gehackt wird. Ohne Anhaltspunkte für eine Sicherheitslücke ist niemand verpflichtet, einen solchen Schlüssel zu ändern. Das hat am Donnerstag der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Die Frau trifft deshalb laut BGH keine Schuld.

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