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Wie Kinderporno-Seiten gesperrt werden sollen

Eine in skandinavischen Ländern bereits genutzte Technik soll auch in Deutschland eingesetzt werden. Das Bundeskriminalamt soll eine Blacklist pflegen.

25.03.2009, 13:14 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Um kinderpornografische Inhalte im Internet künftig zu blockieren, soll eine in skandinavischen Ländern bereits genutzte Technik auch in Deutschland eingesetzt werden. Wesentlicher Bestandteil des Systems ist eine Liste von kritischen Internet-Adressen, die vom Bundeskriminalamt erstellt und täglich aktualisiert werden soll. Sie soll alle Seiten enthalten, auf die etwa die Polizei aufmerksam geworden ist.
Filter mit Problemen
Internet-Provider sollen dann verpflichtet werden, die über ihre Server aufgerufenen Webseiten mit der Sperrliste automatisch abzugleichen und gegebenenfalls die Ansteuerung zu blockieren und stattdessen einen Warnhinweis anzuzeigen. Eine Blockade einzelner Seiten lässt sich relativ einfach erzielen, indem zum Beispiel die jeweilige Domain-Adresse nicht mehr eindeutig in die ihr zugeordnete Nummern-Adresse (IP) übersetzt wird.
Eine solche Sperre lässt sich allerdings auch umgehen. Durch kleine, regelmäßige Änderungen der Internet-Adresse könnte ein Anbieter den Filter austricksen. Wenn ein Internetnutzer für die Übersetzung seiner Domain in die entsprechende IP-Adresse alternativ einen Dienst wie OpenDNS statt den Server seines Providers verwendet, kann er die Sperre ebenfalls überwinden. OpenDNS lehnt Blockaden einzelner Sites prinzipiell ab. Vielfach werden kinderpornografische Dateien aber ohnehin über private Netzwerke mit wechselnden IP-Adressen ausgetauscht, bei denen ein Filter nichts ausrichten kann.
Kurz vor oder nach Ostern sollen Telekom, Vodafone/Arcor, o2, Kabel Deutschland und Alice die Papiere unterzeichnen. Die Provider benötigten drei bis sechs Monate Zeit, um die technischen Voraussetzungen für die Sperrung zu schaffen.

(Hayo Lücke)

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