Verdrängt der Messenger die E-Mail?

WhatsApp will zur sicheren E-Mail-Alternative werden

WhatsApp will der E-Mail Konkurrenz machen. WhatsApp-Chef Jan Koum kündigte im "Focus"-Interview an, dass der Messenger neben PDF bald weitere Dateiformate unterstützten soll. Auch die Web-Anwendung werde ausgebaut.

Jörg Schamberg, 11.04.2016, 10:51 Uhr
WhatsApp Messenger© Rido / Fotolia.com

Berlin – Die SMS hat der Messenger WhatsApp bereits weitestgehend ins Abseits gedrängt, nun soll der zu Facebook gehörende Dienst mit mehr als einer Milliarde Nutzer weltweit auch zur sicheren Alternative zu E-Mails werden. WhatsApp bietet in der aktuellsten Version eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dateien im PDF-Format lassen sich schon länger über den Messenger verschicken. "Künftig werden wir weitere Dateiformate hinzufügen, auch für Mitarbeiter in Unternehmen, die Geschäftsdateien austauschen wollen", erklärt WhatsApp-Chef Jan Koum im Interview mit "Focus"-Korrespondent Holger Schmidt.

Web-Anwendung von WhatsApp soll ausgebaut werden

Laut Koum würden verschickte Nachrichten bei WhatsApp nicht im Spam-Ordner landen. Künftig solle auch die Web-Anwendung erweitert werden, die die WhatsApp-Nutzung im Browser eines PCs ermöglicht. Damit ließe sich WhatsApp dann auch von Unternehmen einsetzen. Lehrt WhatsApp E-Mail-Anbietern also künftig das Fürchten? Noch scheint das US-Unternehmen bei den im Januar angekündigten Kommunikationsmöglichkeiten für Unternehmen nicht weiter vorangekommen zu sein. Der Schwerpunkt der Entwickler liege derzeit auf der Verschlüsselung.

Die neue Konkurrenz durch den immer populärer werdenden Dienst Snapchat sieht Koum relativ gelassen. Eine Vielzahl neuer Funktionen soll WhatsApp deswegen nicht erhalten. "Wir werden unsere App nicht mit Funktionen überladen", so Koum. Der WhatsApp-Chef stellt aber in Aussicht, die Broadcast-Funktion, die derzeit auf 256 Nutzer beschränkt ist, möglicherweise anzuheben oder gar ganz zu streichen. Eine finale Entscheidung sei noch nicht getroffen worden.

WhatsApp weiterhin nicht für iPads

Auf dem iPad sowie auf VR-Brillen werde WhatsApp keinen Einzug halten: "Wir bauen unsere Funktionen nur für Geräte, die Menschen mit sich herumtragen. Virtual-Reality-Brillen gehören nicht dazu, ebenso wie iPads. Viele Menschen fragen uns danach, aber wir machen das nicht. Niemand nimmt sein iPad mit, wenn er ins Kino oder zum Essen geht", erläutert Koum.

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