Security

WhatsApp verschlüsselt jetzt Nachrichten mit TextSecure (Update: Kritik von Threema)

Wenn zwei Android-Nutzer per WhatsApp miteinander kommunizieren, ist ihr Gespräch ab sofort verschlüsselt. TextSecure ist eine von Fachleuten anerkannte Methode.

19.11.2014, 14:09 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Bislang ignorierte WhatsApp immer die Kritik, die über den Messagingdienst ausgetauschten Nachrichten seien unverschlüsselt und für jeden einsehbar. Tatsächlich erhielt vor sechs Monaten Open Whisper Systems den Auftrag, seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung TextSecure einzubauen. Damit gilt dann auch die Kommunikation über die Facebook-Tochter WhatsApp als sicher.

Von Fachleuten anerkannt

Wie Open Whisper Systems über das hauseigene Blog mitteilte, ist die Komplett-Verschlüsselung bereits aktiv, wenn sich zwei Besitzer eines Android-Smartphones mit der neuesten Version der WhatsApp-Anwendung miteinander unterhalten. Ein Update sei dann nicht mehr notwendig.

TextSecure ist eine anerkannte Verschlüsselungs-Methode. Der Programmcode ist für jeden einsehbar, er wurde auch mehrmals von Fachleuten geprüft. Es gilt als sicher, dass weder Unternehmen noch Staat Zugriff auf die verschlüsselten Nachrichten erhalten können.

Später für alle Plattformen

Der Schlüssel ist nur den beiden Gesprächspartnern bekannt. Auch wenn dieser später in die Hände eines Datenschnüfflers fällt, sollen die Nachrichten nicht mehr entschlüsselt werden können.

Derzeit sind nur persönliche Nachrichten zwischen zwei Android-Smartphones verschlüsselt. In nächsten Schritt sollen auch Gruppenchats sowie Fotos und Videos vor neugierigen Augen abgesichert werden. Letzlich soll die Komplett-Verschlüsselung aber auf alle Plattformen kommen, für die es eine WhatsApp-Anwendung gibt - also auch auf das iPhone.

Update von 14:09 Uhr: Kritik von Threema

Der Messenger-Dienst Threema warnt dagegen davon, WhatsApp nach der Einführung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Android-Smartphones als absolut sicher und vertrauenswürdig anzusehen. Die Verschlüsselung der Nachrichten allein sorge nicht für eine gesamtheitlich sichere Kommunikation.

So könne durch die Bindung des WhatsApp-Kontos an eine Handynummer nach wie vor die Identität des Nutzers festgestellt und ein Profil der Kommunikation mit allen Kontakten erstellt werden. Diese Daten ließen sich über die US-Server von WhatsApp abgreifen.

Auch der Umgang mit den Daten auf dem Smartphones sei wichtig. Bei einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werde zwar der Transportweg gesichert, aber nicht die Ablage im Gerätespeicher.

Threema betont, dass der eigene Dienst nicht auf Sicherheit setze, sondern auch auf die Wahrung der Privatsphäre. So sei eine anonyme Nutzung ohne Angabe von Telefonnummer oder E-Mail möglich. Die Schlüssel ließen sich verifizieren. Die Daten würden lokal verschlüsselt gespeichert. Und die Server ständen in der Schweiz.

(Peter Giesecke)

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